Heer krankt (auch) am Übergewicht

Teiltauglichkeit als Antwort auf sinkende Zahl der Grundwehrdiener

Österreichs Bundesheer stehen immer weniger junge Männer zur Verfügung. Schuld daran sind nicht nur sinkende Geburtenzahlen und der Zulauf zum Zivildienst, sondern auch gesundheitliche Gründe.

Ein kontinuierlich steigender Anteil der Stellungspflichtigen ist untauglich, geht aus den Daten der Statistik Austria hervor. Die Bundesregierung will nun mit der Einführung der Teiltauglichkeit kontern.

Gab es beim Geburtsjahrgang 1972 noch 48.316 Stellungspflichtige, von denen 84,4 Prozent tauglich, 8,9 Prozent untauglich und 6,7 Prozent vorübergehend untauglich waren, sanken die Werte bis 2000 auf nur noch 37.783 Stellungspflichtige mit 20,2 Prozent Untauglichen.

Gestiegen ist auch die Quote der Übergewichtigen, von 17,2 (1972) auf 29,3 Prozent (2000). Aus den detaillierten Diagnosedaten geht hervor, dass die Zahl der jungen Männer mit Adipositas, also krankhaftem Übergewicht, beim Jahrgang 1990 bei 4831 lag (10,8 Prozent der damals 44.937 Stellungspflichtigen), beim Jahrgang 2000 bei 4870 (12,9 Prozent der 37.783 Stellungspflichtigen).

Der Raucheranteil wird seit dem Geburtsjahr 1982 erhoben. Die damals geborenen waren bei ihrer Musterung 18 Jahre später zu 52 Prozent Raucher. Beim Jahrgang 2000 lag der Raucheranteil nur noch bei 26,6 Prozent, sank also fast auf die Hälfte.

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Der Pool an Grundwehrdienern sinkt aber nicht nur wegen der Geburten- und Gesundheitsdaten, sondern auch wegen des Zulaufs zum Zivildienst. Von knapp über 1000 Personen Anfang der 1980er-Jahre stieg deren Zahl auf etwa 15.000 in den vergangenen Jahren.

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