Heimische Unternehmer wollen Vereinfachung des Steuersystems

Heimische Unternehmer sehen einer Umfrage zufolge in der österreichischen Steuerlandschaft einen Standortnachteil. Die aktuelle Einschätzung der steuerlichen Zukunft ist demnach verhalten. Es wird auf Erleichterungen durch eine Steuerreform gehofft, hat Deloitte unter Unternehmern erhoben. Lichtblick aus Unternehmersicht ist laut der Umfrage das Jahressteuergesetz, das auf positive Resonanz stößt.

Der aktuelle Deloitte Austrian Tax Survey wurde am Mittwoch am Rande des Europäischen Forum Alpbach von der Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsfirma präsentiert. Demnach steht die Auseinandersetzung mit komplexen steuerlichen Regelungen bei heimischen Unternehmen im Vordergrund – trotz des Megatrends der Digitalisierung.

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„Die Unternehmen blicken weiterhin skeptisch in die steuerliche Zukunft Österreichs. Wir beobachten derzeit eine abwartende Haltung. Viel hängt jetzt von der angekündigten Steuerreform ab“, sagte Deloitte-Partner Herbert Kovar bei der Umfragepräsentation. „Die Unternehmen fordern schon lange eine Vereinfachung des Steuersystems sowie eine Reduktion der Lohnnebenkosten.“

Befragt wurden im Juli 2018 zur heimischen Steuerlandschaft österreichweit 437 Führungskräfte. Fast drei Viertel gaben an, dass ein Agieren auf dem österreichischen Markt für ihre Firma im Vergleich zu anderen Ländern eine besondere Herausforderung darstelle. Die Übererfüllung von EU-Mindeststandards („Gold Plating“) auch im steuerlichen Bereich sahen auch gut 60 Prozent als klaren Nachteil für den Wirtschaftsstandort, so Kovar. Vor allem komplexe Regelungen und steuerliche Compliance bereiteten den Firmenchefs auch Kopfzerbrechen.

Ebenso gut 60 Prozent kritisieren häufige Gesetzesänderungen. Genau zwei Drittel sind laut Deloitte durch unklare und doppeldeutige Interpretationen von Regelungen durch die Finanzverwaltung verunsichert. Das erklärt die überwiegende Zurückhaltung hinsichtlich der Einschätzung zukünftiger Entwicklungen. „Eigentlich sollten sich die Unternehmer vorrangig mit Zukunftsthemen wie der Digitalisierung auseinandersetzen. Die steuerlichen Umstände nehmen aber überproportional viel Zeit in Anspruch“, so Kovar.