Heimischer Dieselgipfel am 22. August

Mit internationalen Autoimporteuren soll über Umstiegsprämie für Österreich diskutiert werden

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Am 22. August sollen sich internationale Autobauer in Wien treffen, um die weitere Vorgangsweise abzustimmen.
Am 22. August sollen sich internationale Autobauer in Wien treffen, um die weitere Vorgangsweise abzustimmen. © APA/Schlager

Nun hat auch Österreich seinen Dieselgipfel: Am 22. August lädt Verkehrsminister Jörg Leichtfried Aumobilimporteure ein, um die Folgen der Abgasaffäre zu besprechen. Im Zentrum wird dabei die Frage der Umstiegsprämie stehen, aber auch Details zur Durchführung der Software-Updates werden diskutiert. Neben Vertretern deutscher Autokonzerne sollen auch jene von Herstellern aus Frankreich, Südkorea, Japan und Spanien teilnehmen. „Ich erwarte von den Autokonzernen, dass sie konkrete Maßnahmen für die Österreicherinnen und Österreicher präsentieren“, so Leichtfried. „Das Mindeste ist, dass die Hersteller für Österreich dieselben Zusagen machen wie in Berlin, etwa eine Umstiegsprämie und das Software-Update. Mein Ziel ist, dass alle Menschen, die im guten Glauben ein Diesel-Auto gekauft haben, keinerlei Schaden davontragen“, betont der Minister.

Kritik an der geplanten Umstiegsprämie übte gestern Gratzer, Chef des Verkehrsclub Österreich (VCÖ). Für ihn ist die finanzielle Unterstützung beim Umstieg auf einen neuen abgasarmeren Wagen nicht immer ein Gewinn. So würde VW die höchste Prämie für den Umstieg auf einen 2,2 Tonnen schweren Geländewagen anbieten, erklärte Gratzer im „ORF-Morgenjournal. „Ein 2,2 Tonnen Geländewagen kann nicht umweltfreundlich sein“, äußerte er Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Maßnahmen. Auch von der Liste Pilz erntete Leichtfried wenig Lob. „Jetzt eine Latte zu legen und sich nur so viel zu erwarten, wie in Deutschland zugesagt wurde, ist ein schwacher Gesprächsbeginn“, kommentierte Peter Kolba die Ankündigung des SPÖ-Ministers.

Dieselverbrauch steigt

Noch keine Auswirkungen hat der Abgasskandal auf den Dieselverbrauch in Österreich. Denn wie der Fachverband der Mineralölindustrie (FVMI) mitteilte, wurden im ersten Halbjahr rund vier Milliarden Liter Diesel und eine Milliarde Liter Benzin getankt. Damit stieg der Dieselverbrauch im Vergleich zum ersten Halbjahr 2016 um vier Prozent zu, während der Benzinverbrauch um etwa ein Prozent fiel. Wie im Vorjahr wurde der Großteil des Diesel (57 Prozent) über die 2.670 öffentlich zugänglichen Tankstellen verkauft – hier tanken vor allem Pkw. Die restlichen 43 Prozent entfielen auf das Geschäft mit Großkunden.