Helden im Behindertenbereich

Viel ist in diesen Tagen von den Helden des Alltags die Rede – Zeit, einen Blick auf eine ganz besondere Gruppe zu werfen: Menschen mit Beeinträchtigungen und ihre Betreuer. Im Bezirk Vöcklabruck ist Assista eine besonders engagierte Einrichtung, die es sich zum Ziel gesetzt hat, behinderten Menschen bedarfsgerecht und individuell zu helfen. In Zeiten wie diesen eine spezielle Herausforderung.

Karin Engl hat derzeit Corona-bedingt eine Auszeit von ihrer integrativen Beschäftigung in der Brauerei Zipf. © Assista

Assista ist im Bezirk Vöcklabruck mit einigen Betreuungsmodellen vertreten, die von der klassischen „Heimunterbringung“ abweichen. Da sind zum einen die Einzelwohnungen und die Wohngruppen in der Stadt Vöcklabruck mit einer speziellen Jugendwohngruppe mit insgesamt 16 Personen.

Dazu kommt die integrative Beschäftigung in verschiedenen Unternehmen sowie die mobile Betreuung von 50 beeinträchtigten Personen im Bezirk. Betreut werden Menschen mit geistigen, körperlichen oder mehrfachen Behinderungen. Die Intensität ist individuell völlig unterschiedlich und kann von einem Besuch wöchentlich bis zu täglichen Hilfestellungen reichen.

„Die Situation ist sowohl für unsere Kunden als auch für uns mobile Betreuer sehr herausfordernd“, erklärt Bernhard Tilg von Assista Vöcklabruck. „Laut Empfehlung des Landes sollten aktuell nur mehr dringende Grundversorgungen abgedeckt werden, also keine Freizeitbegleitung oder ähnliches. Die Reaktionen der betreuten Menschen sind verschieden. Manchen fällt zunehmend die Decke auf den Kopf, es ist aber auch eine riesige Dankbarkeit zu spüren im Sinne von ,Super, dass ihr da seid, ich dachte, es kommt keiner mehr’“.

Unterwegs an vorderster Front

Die Assista-Mitarbeiter sind derzeit besonders gefordert. Zum einen heißt es, den Klienten positive Energie zu vermitteln, zum anderen ist die aktuelle Situation sehr belastend. „Wir sind viel unterwegs an der vordersten Front, da heißt es, sich bestmöglich zu schützen und sich trotz der hohen Belastung den Aufgaben zu stellen. Gottseidank sind wir ein Super-Team mit professionellen Mitarbeitern“, schildert Tilg.

Besonders betroffen sind auch jene 25 Klienten, bei denen vorübergehend aus Sicherheitsgründen in den Kooperationsbetrieben keine integrative Beschäftigung möglich ist. Für sie ist der geordnete Tagesablauf völlig zusammengebrochen und für manche von ihnen ist der Alltag ohne Beschäftigung nur schwer zu ertragen. Auch hier landet der Ball wieder bei den engagierten Betreuern von Assista, die Hilfestellung leisten.

In den beiden Assista-Wohngruppen in der Friedhofstraße, in denen 16 Personen WG-artig in 24-Stunden-Betreuung leben, wurden nach Bekanntwerden des Coronaausbruchs aber schon lange vor der Verordnung offizieller Schutzmaßnahmen die Hygienevorschriften verschärft. Dabei geht es um die Sicherheit und den Schutz der Bewohner, aber auch darum die Stimmung im positiven Bereich zu halten. Obwohl auch hier die Abwechslung im Tagesablauf stark heruntergefahren wurde. „Herausfordernd“ lautet der Tenor im Betreuerteam.

„Ich bin unglaublich stolz auf alle meine Mitarbeiter, wie sie in diesen schwierigen Zeiten durchhalten und zusammenstehen“, sagt Assista-Geschäftsführerin Heidi Engelbrecht. „Im Pflegebereich sind zurzeit alle Helden und Heldinnen. Im Behindertenbereich kommt oft noch dazu, dass die Menschen nicht verstehen können, warum die Welt gerade Kopf steht. Hier braucht es besonders viel Einfühlungsvermögen, Geduld und Kompetenz. Danke allen, die so Flagge zeigen!“

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