„Herbsttöne“ mit starker, beeindruckender Zartheit

Der Chor ließ den Kirchenraum vibrieren.
Der Chor ließ den Kirchenraum vibrieren. © Konservatorium/Petelin

Es sind die Herbsttöne, die der aktuellen Jahreszeit ihren Glanz verleihen. Dass dies nicht nur für herbstliche Farbtöne, sondern auch für solche musikalischer Art gilt, hat das Konservatorium für Kirchenmusik der Diözese Linz am Sonntag mit seinem Herbstkonzert unter Beweis gestellt.

Der Chor des Konservatoriums, unter anderem bekannt durch Auftritte bei der musica-sacra-Reihe, legte in der Freistädter Stadtpfarrkirche den Fokus auf US-amerikanische Literatur – und zeigte mit Stücken aus dem frühen 19. Jahrhundert und jenen aktuellerer Meister à la Christopher Tambling und Moses Hogan, dass aus den USA auch schöne und feinsinnige Töne kommen können. Thematisch behandelten die liturgischen Stücke allesamt die Themen Herbst, Erntedank sowie Abschied.

Das Ensemble agierte dabei – dirigiert von den Studierenden selbst – höchst facettenreich: von kraftvoll, etwa im Traditional „Saints Bound for Heaven“, bis zu gefühlvoll und zart, etwa bei den Pianissimo-Stellen in „An Old English Prayer“ von James Gossler. Vor allem bei diesen zärtlichen Passagen zeigte die Formation ihre Klasse und agierte als perfekt abgestimmte Einheit, die den Kirchenraum vibrieren und ihre Zuhörer atemlos verharren ließ.

Geografisch in andere Gefilde entführten Studierende und Lehrende an der Orgel: Sie zogen bei Werken von Jacques Boyvin, Johann Sebastian Bach oder – 200 Jahre jünger – Jean Langlais auf der Freistädter Metzler-Orgel alle Register. Herausragend unter anderem der Konservatoriumsdirektor und Linzer Domorganist Wolfgang Kreuzhuber, der mit einer freien Improvisation virtuos glänzte. Mit ihren „Herbsttönen“ gab das Konservatorium eine beredte Visitenkarte als Beleg dafür ab, liturgische Musikausbildung auf höchstem Niveau zu realisieren.

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