Heuer noch mehr Fahrgäste auf den Regionalbahnen

Nach dem covidbedingten massiven Fahrgastrückgang im Jahr 2020 waren in Österreich im Vorjahr wieder mehr Fahrgäste mit den privaten Regionalbahnen unterwegs. Auf den 15 Bahnen fuhren in Summe 25,83 Millionen Fahrgäste, um rund acht Prozent mehr. Durch die günstigen regionalen Klimatickets und die gestiegenen Spritpreise erwartet der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) für heuer einen verstärkten Umstieg vom Auto auf die Bahnen, nötig seien aber häufigere Bahnverbindungen.

Heuer werde die Fahrgastzahl erneut steigen, weil der Tourismus wieder zunimmt und weil die Bahnen wieder mehr für die Fahrt in die Arbeit und für Freizeitfahrten genutzt werden. Im Ballungsraum Wien wirke die Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung in der Bundeshauptstadt, so VCÖ-Experte Michael Schwendinger am Freitag.

2020 habe die Pandemie zum stärksten Fahrgastrückgang der Zweiten Republik geführt. Denn während 2019 vor Corona noch 35,52 Mio. Personen mit den 15 nicht zu den ÖBB gehörenden Bahnen gefahren seien, sei im ersten Coronajahr ein Einbruch um ein Drittel auf 23,87 Mio. erfolgt. Spitzenreiter war dabei mit 10,3 Mio. Gästen und einem Plus von 1,1 Mio. Personen die „Badner Bahn“, die erst diese Woche für den heurigen März nochmals 24 Prozent Zuwachs vermeldet hat.

Die Graz-Köflacher-Bahn legte 2021 um 101.000 auf fast 4 Mio. Fahrgäste zu, die Salzburger Lokalbahn verlor dagegen mit 2,7 Mio. rund 300.000 Fahrgäste. Sehr stark, um 921.000 auf 2,36 Mio., legte die Zillertalbahn zu. Die Linzer Lokalbahn hatte ein Plus von 179.000 Fahrgästen auf 1,62 Mio., die Stubaitalbahn einen Zuwachs um 34.000 auf 1,43 Mio. Die 1,3 Mio. Gäste der Raaberbahn sind nicht ganz vergleichbar, da sie seit Dezember 2020 eine verlängerte Strecke bedient.

Durch das neue Klimaticket lässt sich beim Pendeln mit Öffis gegenüber dem Pkw einiges sparen. Wer etwa von Baden nach Vösendorf pendelt, kommt laut VCÖ bei einem durchschnittlichen Verbrauch auf jährliche Spritkosten von fast 1.300 Euro, der Umstieg aufs Klimaticket Region für 550 Euro spare rund 750 Euro pro Jahr. Lege man das amtliche Kilometergeld zugrunde, betrage die jährliche Ersparnis sogar rund 3.800 Euro. Wer die Strecke Eferding-Linz mit der Linzer Lokalbahn statt mit dem Auto pendelt, erspart sich demnach mit dem Klimaticket Regional über 600 Euro, wenn nur die Spritkosten betrachtet werden. Wer von Mayrhofen nach Jenbach mit der Zillertalbahn statt mit dem Auto pendelt, erspart sich mit dem Klimaticket Tirol allein an Spritkosten rund 1.200 Euro pro Jahr, so der VCÖ. Um ein Umsteigen vom Pkw auf Öffis zu erleichtern, bedürfe es aber mehr und häufigerer Bahnverbindungen.

Video
Ich möchte eingebundene Social Media Inhalte sehen. Hierbei werden personenbezogene Daten (IP-Adresse o.ä.) übertragen. Diese Einstellung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft in der Datenschutzerklärung oder unter dem Menüpunkt Cookies geändert werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Wie ist Ihre Meinung?

Um Ihre Meinung zu posten, müssen Sie bei Facebook registriert und angemeldet sein.

Social Media Inhalt
Ich möchte eingebundene Social Media Inhalte sehen. Hierbei werden personenbezogene Daten (IP-Adresse o.ä.) übertragen. Diese Einstellung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft in der Datenschutzerklärung oder unter dem Menüpunkt Cookies geändert werden.