Hilfswerk lässt niemanden zurück

Corona brachte psychische und schulische Probleme, aber auch Schwierigkeiten in der Arbeitswelt – Hilfswerk will unterstützen

OÖ-Hilfswerk-Obmann Wolfgang Hattmannsdorfer (r.) und Geschäftsführerin Viktoria Tischler mit IMAS-Forscher Paul Eiselsberg
OÖ-Hilfswerk-Obmann Wolfgang Hattmannsdorfer (r.) und Geschäftsführerin Viktoria Tischler mit IMAS-Forscher Paul Eiselsberg © City-Foto/Simlinger

Die Corona-Pandemie ist auch für die 14- bis 30-Jährigen eine große Herausforderung, die sich schulisch, in der Arbeitswelt und vor allem in der Psyche der jungen Menschen niedergeschlagen hat.

„Wichtig ist es jetzt, den Jungen das Gefühl zu geben, in sich und ihre Leistungen zu vertrauen. Entscheidungsträger müssen, darauf achten, dass niemand zurückgelassen wird“, betonte OÖ-Hilfswerk-Obmann LAbg. Wolfgang Hattmannsdorfer am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Linz.

73 Prozent dieser Altersgruppe sehen laut IMAS-Erhebung in der Corona-Pandemie „die größte Herausforderung für Wirtschaft, Gesellschaft und Familien seit dem Zweiten Weltkrieg“.

Die persönliche Belastung hätte sich so IMAS-Forscher Paul Eiselsberg „V-förmig“ entwickelt, zunächst der erste Lockdown 2020, dann eine gewisse Entspannung über den vergangenen Sommer, danach folgten die nächsten Belastungswellen.

17 Prozent sahen die Zeit von Mai bis September 2020 „viel herausfordernder“ als vor Corona, von Oktober bis Weihnachten waren es bereits 27 und von Jänner bis Februar 34 Prozent.

Am meisten geschmerzt haben „Social Distancing“ und „keine Freunde treffen“, gefolgt von den Belastungen in der Schule sowie die Angst um den Arbeitsplatz. Langfristig gesehen nimmt die sonst so bekannte Zuversicht bei den Jungen aber wieder zu.

Bildungsdefizite mit Schulassistenz aufholen

Legt man Studien aus Deutschland, wonach 34 Prozent der Volksschullehrer bei der Hälfte ihrer Schüler einen klaren Bildungsrückstand sehen und der Schweizer, die einen nur halb so hohen Bildungszuwachs orten, auf Österreich um, gibt es Handlungsbedarf.

Hattmannsdorfer will mit den 200 Mio. Fördergeld vom Bund, rasche schulische Unterstützung für Kinder, die ein Corona-Defizit aufweisen. Klassenlehrer sollten ein verstärktes Augenmerk haben.

Das Modell der Schulassistenz, das schon lange vom Hilfswerk angeboten wird, soll beim Aufholen der Bildungsdefizite helfen. Und die Arbeitsbegleitung könnte einige Jahre über das 25. Lebensjahr hinaus angeboten werden, sagte Hilfswerk-Geschäftsführerin Viktoria Tischler.

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