Hirse und Ölkürbis am Vormarsch im Maisland Oberösterreich

Gute Erträge trotz Wetterkapriolen – Hohe Ausfälle bei der Apfelernte

Kürbisfeld

2020 spielte bislang wettertechnisch alle Stückerl: Frost im März, hohe Trockenheit in März und April, dann ab Mai Hagelunwetter, Stürme und zu viel Niederschlag, diese ungebetene Vielfalt macht den Landwirten ihre Arbeit nicht gerade einfacher.

„Es hat nicht nur die Häufigkeit der Unwetter zugenommen, sondern auch deren Intensität. Die geschädigte Ackerfläche verzehnfachte sich im Vergleich zu 2019 auf gut 20.000 Hektar“, berichtete OÖ. Landwirtschaftskammer-Präsidentin Michaela Langer-Weninger.

Stabile Erträge in OÖ

„Erfreulicherweise gelingt es der oberösterreichischen Landwirtschaft, bei den wichtigen Ackerkulturen immer wieder stabile Erträge mit guten Qualitäten einzufahren“, verwies Langer-Weninger beispielsweise auf den Maisanbau. „Viele Landwirte berichten von guten bis sehr hohen Erträgen“, diese werden im Landesschnitt bei knapp elf Tonnen pro Hektar bewegen.

Gute Erträge versprechen heuer auch die Weinlese, das Wurzelgemüse, das Kohlgemüse, sowie der Hopfenanbau im Mühlviertel.

Ein düsteres Bild erbrachte hingegen die Apfelernte, hier sind nach Frostnächten im Zentralraum bis zu 80 Prozent Ausfall zu beklagen.

Interessante Alternativen

„In Oberösterreich wurde die Ölkürbis-Anbaufläche auf 1600 Hektar und damit um 85 Prozent ausgeweitet, die Erträge sind mit rund 800 Kilogramm pro Hektar gut.“

Die Preise liegen heuer bei 3,20 Euro je Kilogramm und werden auch 2021 vermutlich nur geringfügig niedriger ausfallen. „Für viele heimische Ackerbauern hat sich der Ölkürbis damit zu einer interessanten Alternative entwickelt“, weiß Langer-Weninger.

Eine solche verspricht auch die Hirse zu werden, aktuell sind 9000 Hektar damit bebaut. Hirse ist gut hitzeverträglich, benötigt zudem weniger Wasser als andere Kulturpflanzen. Als Speisehirse ist das glutenfreie Getreide für Backwaren trefflich geeignet, die Hirse macht etwa Linzer Torten oder Kekse saftiger und schmackhafter.

Auch die Zuckerrübenernte für 2020 verspricht gut zu werden, rund 92 Tonnen je Hektar wären Rekord in Oberösterreich. Einen dunklen Schatten wirft hier nur die drohende Schließung der Zuckerfabrik in Leopoldsdorf. „Der Rübensektor bemüht sich mittels Flächensteigerung die Schließung noch abzuwenden,“ weiß Helmut Feitzlmayr, Leiter der Abteilung Pflanzenbau in der LK.

Konterkariert werden diese Bemühungen allerdings vom Derbrüssler, der gnadenlos Rübenfelder kahlfrisst.

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