Historische Versöhnung zum 100. Jahrestag der Volksabstimmung

Bundespräsident Van der Bellen entschuldigt sich bei Kärntner Slowenen

„Kärnten ist einen weiten Weg gegangen, einen Weg der Versöhnung“, sagte Bundespräsident Van der Bellen.
„Kärnten ist einen weiten Weg gegangen, einen Weg der Versöhnung“, sagte Bundespräsident Van der Bellen. © APA/Bundesheer/Peter Lechner

Zum 100. Jahrestag der Kärntner Volksabstimmung haben Österreich und Slowenien einen historischen Versöhnungsakt gesetzt.

Klagenfurt sei heute „symbolisch die Hauptstadt Europas“, sagte der slowenische Präsident Borut Pahor am Samstag im Klagenfurter Landhaus, wo er gemeinsam mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen einen Schlussstrich unter Jahrzehnte des Volksgruppenkonflikts zog. Van der Bellen überraschte dabei mit einer Entschuldigung an die Kärntner Slowenen.

Entschuldigung auf Deutsch und Slowenisch

„Für das erlittene Unrecht und für die Versäumnisse bei der Umsetzung von verfassungsmäßig garantierten Rechten möchte ich mich hier und heute als Bundespräsident bei Ihnen, liebe Angehörige der slowenischen Volksgruppe, entschuldigen“, sagte der Bundespräsident unter dem Applaus der Teilnehmer des Festaktes in deutscher und slowenischer Sprache.

Ein klares Bekenntnis zum Minderheitenschutz legten auch Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) und die für Volksgruppen zuständige Ministerin im Kanzleramt, Susanne Raab (ÖVP), ab. Es sei eine „historische Verantwortung“ Österreichs, den Bestand seiner sechs Volksgruppen nachhaltig zu sichern, sagte Raab. Als „unangebracht“ bezeichnete hingegen FPÖ-Chef Norbert Hofer die „Demutsgesten“ des Bundespräsidenten.

Der Vorsitzende der größten Dachorganisation der Kärntner Slowenen, Valentin Inzko, reagierte überrascht und erfreut auf die „historische Entschuldigung“.

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