Hitler-Geburtstag gefeiert: Prozess

Vierköpfige Familie aus Salzburg wegen Nazi-Vorwürfen verurteilt

Eine vierköpfige Familie aus dem Flachgau hat sich am Freitag wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung nach dem Verbotsgesetz in Salzburg vor Gericht verantworten müssen.

Die Vorwürfe betrafen einschlägige Bilder, die auf WhatsApp geteilt wurden, eine Party anlässlich Adolf Hitlers Geburtstag mit „Hitler-Wein“ und ein Wunschkennzeichen mit Hitler-Bezug.

Zwei Brüder und deren Onkel zeigten sich geständig, die Mutter der Brüder beteuerte ihre Unschuld. Die Angeklagten wurden zu bedingten Haftstrafen von zwölf bis 21 Monaten rechtskräftig verurteilt.

Vor Gericht gaben sie sich unbedarft und versuchten die Vorwürfe als „blöden Spaß“ kleinzureden. Der Erstangeklagte soll für zwei Pkw bis Mai 2018 ein Nazi-Wechselkennzeichen mit der Zahlenkombination 88 benutzt haben. In einschlägigen Kreisen dient dies als Abkürzung für den Gruß „Heil Hitler“.

Anlässlich Hitlers Geburtstag am 20. April soll er einschlägige Kommentare abgegeben haben. Laut ihm war dies eine „blöde Gaudi“, auch das Wunschkennzeichen soll nur „Spaß“ gewesen sein.

Politik habe ihn nie interessiert, auch wenn er damals FPÖ-Obmann in seinem Ort war. Die Mutter bedauerte, dass sie auf eine Nachricht ihres Sohnes mit „saublöde Ausländer“ geantwortet hat. Das tue ihr leid: „Ich bin sicher nicht rassistisch“, sagte sie.

Wie ist Ihre Meinung?