Hochzeitswogen geglättet

Kurz dämpft in Kiew Irritationen wegen Einladung Putins zur Kneissl-Hochzeit

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) dämpfte am Dienstag in Kiew die Verärgerung der Ukraine über die Einladung von Kremlchef Wladimir Putin zur Hochzeit von Außenministerin Karin Kneissl (parteilos) im August. Staatschef Petro Poroschenko sagte nach dem Treffen, er sehe Österreich als „einen Partner, der für uns sehr zuverlässig ist“. Eine Bemerkung über die Hochzeit ließ der Präsident aber schon fallen: „Wir sind überzeugt, weder Fußballweltmeisterschaften noch Hochzeiten können den russischen Aggressor stoppen. Das kann nur eine koordinierte Position sein, die wir mit unserem Freund, dem Bundeskanzler, demonstrieren“, so Poroschenko.

Auch Kurz sprach davon, dass es eine „klare Reaktion auf die russische Aggression braucht“. Er verwies auf die Verlängerung der EU-Sanktionen gegen Russland im Juli. Was es aber auch brauche, sei Gesprächskanäle offen zu halten.

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Außenminister Pawlo Klimkin nennt die Einladung Putins zur Kneissl-Hochzeit einen „ganz großen Fehler“, aber Kurz nach einem Treffen dennoch einen „Freund der Ukraine“.

Rasche Entscheidung über Asylwerber Seisenbacher

Ein Thema der Gespräche war auch der von Österreichs Behörden wegen des Verdachts des Missbrauchs Unmündiger gesuchte Judo-Olympiasieger Peter Seisenbacher. Der 58-Jährige, für den die Unschuldsvermutung gilt, hat sich in die Ukraine abgesetzt und dort politisches Asyl (!) beantragt. Kurz sagte, er erwartete eine „rasche Entscheidung“ der ukrainischen Justiz.