Manfred Maurer

Meinung

von Manfred Maurer

Hört auf Juncker!

Auch in seiner Abschiedsrede blieb Jean-Claude Juncker sich treu, also ein Mann klarer Worte. Dass der Brexit „reine Zeit- und Energieverschwendung“ war und ist — wer wollte da widersprechen.

Sollte nicht doch im letzten Moment die Vernunft obsiegen, werden auch die Brexiteers bald schmerzhaft erfahren: Der Austritt Großbritanniens hat nichts Positives. Er ist nur eine dieser bitteren Blüten, die übersteigerter Patriotismus treibt.
Doch wer frei von Schuld ist, werfe den ersten Stein! Nein, Sie ganz sicher nicht, Monsieur le Président!

Herr Macron ist unbestritten gut im beifallträchtigen Entwerfen großer Visionen, aber wenn’s drauf ankommt, erweist er sich Kleingeist.

Gerade hat auf dem Balkan, also dort, wo der Nationalismus schon so oft verheerend gewirkt hat, ein Land in einer großen Kraftanstrenung diesem Gift entsagt und sich für die europäische Perspektive entschieden. Mazedonien hat sich in Nordmazedonien umbenannt, weil Griechenland kein Mazedonien dulden wollte. Eine Namensänderung ist für einen Staat, noch dazu einen gerade erst entstandenen, nicht nichts.

„Herr Macron ist unbestritten gut im beifallträchtigen Entwerfen großer Visionen.“

Und was war der Lohn? Ein Njet dieses Herrn Macron zur Aufnahme von Beitrittsverhandlungen. Der Franzose ist einer von denen, die nicht wirklich begriffen haben, was Jean-Claude Juncker meint, wenn er von Europa als Friedensprojekt spricht.

Wie ist Ihre Meinung?