Hofer prüft nächstes Jahr Konzepte für Online-Lebensmittelzustellung

Der heimische Diskonter Hofer will 2021 mögliche Konzepte für die Online-Lebensmittelzustellung prüfen. Man werde ergebnisoffen überlegen, was in Wien erfolgsversprechend sein könnte, sagte Hofer-Chef Horst Leitner im APA-Gespräch. „Fünf Jahre nichts zu machen, wäre nicht das Richtige.“ Bisher konnte man bei Hofer nur Aktionsartikel aus dem Nicht-Nahrungsmittelbereich bestellen.

Billa und Interspar haben in den vergangenen Monaten aufgrund der Coronakrise ihre Online-Lebensmittelzustellung kräftig ausgebaut. Leitner sieht auf Hofer-Kundenseite derzeit aber noch keine große Nachfrage nach Online-Zustellung. „Es ist eine Frage des richtigen Zeitpunkts, aber auch, welche Konzepte setzen sich durch“, so Leitner.

Eine theoretische Variante wäre laut dem Hofer-Chef die Zustellung via einer externen Lieferplattform. Essenszusteller könnten etwa ihr Potenzial besser ausnützen und auch Lebensmittel zustellen. Auch denkbar wäre, Online-Vorbestellung und Warenabholung in der Filiale („Click & Collect“) oder Zustellung nach Hause anzubieten. Konkrete Konzepte für die Online-Lebensmittelzustellung gibt es bei Hofer derzeit aber noch nicht.

Die deutsche Supermarktkette Aldi Süd übernahm im Jahr 1968 den 1962 von Helmut Hofer gegründeten Diskonter Hofer in Österreich. In den vergangenen mehr als 50 Jahren wurde aus Hofer die drittgrößte Lebensmittelkette in Österreich. Aldi Süd ist auf zwei Säulen aufgebaut: Einerseits Aldi Süd in Deutschland mit 30 eigenständigen Regionalgesellschaften und andererseits die Hofer KG in Österreich mit den Auslandstöchtern. Das Geschäft in Österreich und das internationale Geschäft der Unternehmensgruppe Aldi Süd sind unter dem Dach der Hofer KG gebündelt.

Internationale Tochtergesellschaften gibt es unter anderem in der Schweiz, Slowenien, Ungarn, Großbritannien, Irland, den USA, Australien und seit 2018 auch in Italien. Um das internationale Geschäft der Unternehmensgruppe Aldi Süd kümmert sich die Internationale Management Holding (IMH) in Salzburg. Die neue IMH-Zentrale nahe dem Salzburger Flughafen soll im ersten Halbjahr 2023 eröffnet werden, die Mitarbeiteranzahl in Salzburg von derzeit 400 auf 600 steigen.

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Hofer-Chef Leitner ist auch für Aldi Suisse (220 Filialen), Hofer Slowenien (90), Aldi Ungarn (140) und Aldi Italien (100) zuständig. Ziel sei es, jährlich 50 bis 80 Filialen neu zu eröffnen, die Hälfte davon in Italien, die andere Hälfte in der Schweiz und Ungarn. In Österreich und Slowenien will Hofer mit Filialen nicht mehr groß expandieren.

Den Eigenmarken-Anteil von 90 Prozent will der Firmenchef nicht antasten und vielleicht sogar leicht ausbauen. „Wir wollen uns stärker zurückbesinnen auf unsere Eigenmarken. Unsere DNA ist Diskont“, so Leitner. „Es gibt ganz wenige ikonische Markenartikel, wo wir wissen, die erwarten die Kunden.“

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