Hohe Haftstrafen für frühere Öl-Manager in Venezuela

Ein Gericht in Venezuela hat sechs ehemalige Öl-Manager, für die sich kürzlich US-Außenminister Mike Pompeo eingesetzt hatte, zu langen Haftstrafen verurteilt. Den sechs Männern war unter anderem Korruption und Unterschlagung vorgeworfen worden, wie der Oberste Gerichtshof des Landes laut örtlichen Medien am Donnerstagabend (Ortszeit) mitteilte. Es handelt sich um einst führende Mitarbeiter von Citgo, der US-Tochter des staatlichen Ölkonzerns PDVSA.

Der frühere Citgo-Präsident José Pereira sei zu 13 Jahren und sieben Monaten Haft verurteilt worden, die übrigen zu acht Jahren und zehn Monaten. Fünf von ihnen besitzen den Berichten zufolge neben der venezolanischen auch die US-Staatsbürgerschaft, ein sechster habe eine unbegrenzte Aufenthaltserlaubnis für die USA. Sie alle bestreiten die Vorwürfe. Pompeo hatte zuletzt am vergangenen Wochenende von der sozialistischen Regierung des Präsidenten Nicolás Maduro die bedingungslose Freilassung der als „CITGO-6“ bekannten Männer gefordert. Sie seien zu Unrecht verhaftet worden.

Die Manager waren im November 2017 in Caracas festgenommen worden, nachdem sie für ein Treffen in der PDVSA-Zentrale nach Venezuela geflogen waren. Ihnen wurde vorgeworfen, eigenmächtig Kredite aufgenommen und dem Staatsbetrieb damit geschadet haben. Die Opposition witterte dagegen einen internen Machtkampf um die Kontrolle des Energiegeschäfts.

Venezuela bezieht 95 Prozent seiner Devisen aus dem Ölexport. Wegen fehlender Investitionen, Missmanagement und harter Sanktionen der USA ist die Erdölproduktion und -verarbeitung allerdings stark zurückgegangen. Mittlerweile muss das einst wohlhabende südamerikanische Land sogar Benzin importieren, etwa aus dem befreundeten Iran. Die USA sind einer der wichtigsten Verbündeten der Opposition, die unter dem selbst ernannten Übergangspräsidenten Juan Guaidó versucht, Maduro aus dem Amt zu drängen.

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