Hohe Wertschätzung für Bauern

Umfrage: 91 Prozent erachten lokale Landwirtschaft als systemrelevant

Bauern

Die Österreicher haben großes Vertrauen in die heimische Lebensmittelversorgung, berichtet Petra Riefler von der Universität für Bodenkultur (BOKU) Wien. 91 Prozent erachten die lokale Landwirtschaft als systemrelevant und 80 Prozent gaben an, dass sie ihnen durch die Krise wichtiger wurde, sagte sie vor Journalisten.

Riefler befragte mit Kollegen Menschen in 503 Haushalten, und zwar einmal lange vor dem Lockdown (im November und Dezember 2019), und einmal danach (Mai, Juni). „80 Prozent gaben an, dass sie heimische Produkte vorziehen“, sagte Riefler.

Dafür nannten die Befragten diverse Motive: 86 Prozent hielten sie für umweltfreundlicher, 85 Prozent für in Krisenzeiten besser verfügbar, 79 Prozent für strenger kontrolliert, 67 Prozent für gesünder und 66 Prozent meinten, dass es den hiesigen Bauern schadet, eingeführte Nahrungsgüter zu kaufen.

Problembewusstsein

Die Österreicher seien sich auch der Probleme der Landwirte bewusst, so Riefler: 87 Prozent bekritteln einen Preisdruck durch Handelsunternehmen, 83 Prozent halten Konkurrenz durch Billigimporte für eine Herausforderung, 82 Prozent den niedrigen Preis, den die Verbraucher zu zahlen bereit sind, und 79 Prozent sehen Ungemach für die heimischen Bauern durch Wetterextreme.

Außerdem wird die Selbstversorgung zunehmend durch die massiv voranschreitende Verbauung von Böden gefährdet, erklärte Kurt Weinberger von der Österreichischen Hagelversicherung. Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger sagte, die bäuerlichen Familienbetriebe seien in der Corona-Krise verlässliche Garanten der Lebensmittelversorgung.

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