Hybrides Festival als „größtes Experiment“ gelungen

Die Macher der Ars Electronica zogen am Montag euphorisch Bilanz

Wolkenerzeugung auf dem JKU Campus: „Ethereal Fleeting“ von Lukas Truniger (CH), Itamar Bergfreund (CH), Bruce Yoder (US)
Wolkenerzeugung auf dem JKU Campus: „Ethereal Fleeting“ von Lukas Truniger (CH), Itamar Bergfreund (CH), Bruce Yoder (US) © vog.photo

Das „größte Experiment“ der Ars Electronica (AE) Festival-Geschichte sei gelungen, das hybride Festival „Kepler’s Gardens“ ist für AE-Direktor Gerfried Stocker zum „Riesenerfolg“ geworden.

Dieser in Zahlen ausgedrückt: 56.837 Abrufe gestreamter Videos, „Kepler´s Garden“ auf dem Linzer Unicampus mit zulässigen 3490 Tickets ausverkauft, über 10.500 Besucher in OÖ. Kulturquartier, Kunstuni und AEC.

Erstes Gastspiel auf JKU-Campus gelungen

Den Verantwortlichen von „Keplers Gardens — eine globale Reise zur Vermessung der neuen Welt“ war klar, dass es 2020 nicht trotz, sondern wegen Corona auch ein Fünf-Tages-Festival geben soll. Es sei zwar keine leichte, aber die richtige Entscheidung gewesen, meinte Stocker am Montag rückblickend in der Bilanzpressekonferenz.

Nach fünf Jahren im Postverteilerzentrum beim Hauptbahnhof übersiedelte die Ars heuer vom 9. bis 13. September auf den Campus der Johannes Kepler Universität (JKU). Das erste Gastspiel dort sei „reibungslos“ verlaufen, das Sicherheitskonzept habe funktioniert, freute sich Festivaldirektor Martin Honzik schon auf das kommende Jahr, wenn auf dem Campus das Festival voraussichtlich uneingeschränkt stattfinden werde.

Nachdem heuer ein Großteil des Programms ins Netz verlagert wurde, habe das einst analoge Festival eine Internationalität erreicht, die künftig Maßstäbe setzen werde, meinte Stocker: „Wir haben nicht nur uns selbst.“ 160 Netzwerkbetreiber weltweit machten bei der Ars mit und boten vor Ort für ihr Publikum ein Programm rund um die Themen Demokratie, Freiheit und Partizipation.

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Die vom Festival gestalteten Mozilla Hubs nutzten 2337 User. Online wurde ein Vermittlungsprogramm von einer Gesamtdauer von 48 Tagen angeboten, so die Direktorin für European Cooperation, Veronika Liebl.

Für den Hausherrn in Linz, JKU-Rektor Meinhard Lukas, war während der Ars vor allem die überraschende Ankündigung seitens der Politik zur Gründung einer Technischen Universität mit dem Schwerpunkt Digitalisierung virtuell präsent. „Auf dem ganze Festival konnte man spüren, was die Identität der TU sein könnte.“

Linz mit der Ars Electronica verdeutliche einmal mehr, dass die Stadt nicht nur eine industrielle sondern auch eine digitale Identität besitze. Kulturstadträtin Doris Lang-Mayrhofer betonte einmal mehr die inspirierende Wechselwirkung zwischen Kunst und Wissenschaft, die bei dem Festival demonstriert wurde.

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