Hyundai i10: Koreanischer Stadtfloh

Man braucht nicht viel, um glücklich zu sein. Aber gibt es viel, dann kann man auch glücklich sein. Der gerade einmal 3,67 Meter lange Hyundai i10 schafft beides – minimale Ausmaße und Motorisierung bei nahezu maximaler Ausstattung.

Was?! Nur 67 PS! Das sieht und hört man dem Hyundai i10 gar nicht an. Denn der spurtstarke Koreaner hat unter der Haube einen ganz schön quirligen saugenden Dreizylinder, der – sogar ohne Turbolader – den 977 Kilogramm leichten Stadtfloh ganz schön antreibt.

Kehrseite der Medaille: Bei etwa 80 km/h verlässt den i10 dann doch der Mut, die Beschleunigung wird spürbar geringer. Aber was soll’s; die Hundertermarke knackt er halt erst nach 14,8 Sekunden und Autobahntempo schafft er auch. Das ist dann allerdings nicht mehr so lustig – dann wird´s doch ein wenig laut und holprig.


Typenschein

Hyundai i10 Level 3 1.0 MT

Preis: ab € 15.390,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 16.340,- inklusive Außenfarbe Brass/Schwarz € 450,- und Zweifarblackierung € 500,-; einen Hyundai i10 (Level 1 1.0 MT) gibt es ab € 11.490,-
NoVA/Steuer: 0 %/ € 172,80 jährlich
Garantie: 5 Jahre ohne Kilometerbegrenzung, 3 Jahre Lackgarantie, 12 Jahre gegen Durchrostung
Service: alle 20.000 km bzw. jährlich

Technische Daten:
Motor: R3, 12V, Partikelfilter, 998 cm³, 49,3 kW/67 PS bei 5500 U/min, max. Drehmoment 96,2 Nm bei 3750 U/min
Getriebe: Fünfgangschaltung
Antrieb: Frontantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 156 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 14,8 s
Leistungsgewicht: 14,6 kg/PS
MVEG-Verbrauch: 5,6 Liter
VOLKSBLATT-Testverbrauch: 5,6 Liter
CO2-Ausstoß: 104 g/km
NOx: 0,0136 g/km; Euro 6d-TEMP

Eckdaten:
L/B/H: 3670/1680/1480 mm
Radstand: 2425 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 977/1477 kg
Kofferraum: 252-1050 Liter
Tank: 36 Liter (Benzin)
Reifen: 4 x 185/55 R15 86H auf 15“-Alus

Sicherheit:
Regelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/LKA
Airbags: 6

Also bleibt das angestammte Revier des Koreaners die Stadt und deren nahes Umland, wo sich der 3,67 Meter lange Fünfsitzer pudelwohl fühlt.

Pudelwohl kann man sich auch im überraschen geräumigen Innenraum fühlen. Die Haptik ist ansprechend, die Verarbeitung gut und der Materialmix passt jedenfalls auch. Natürlich merkt man beim näheren Hinsehen auch den Sparstift, den die Koreaner beim i10 angesetzt haben, doch die Kaschierung ist gut gelungen.

Die Serienmitgift wiederum ist umfangreich, sie inkludiert beispielsweise Sitz- und Lenkradheizung, acht Zoll großes Farbdisplay, Rückfahrkamera, manuelle Klimaanlage, Lederlenkrad, elektrische Fensterheber sowie Tempomat. An Sicherheitsfeatures schlägt der i10 in der Level-3-Konfiguration unter anderem noch Fernlichtassistent, Spurhalteassistent, Müdigkeitserkennung, Notbremsassistent und Notrufsystem drauf.

Mit der Ausstattung samt Zweifarblackierung summiert sich der Gesamtpreis des koreanischen Stadtflohs auf doch beachtliche 16.340 Euro. Doch prinzipiell ist das Preis-Leistungs-Verhältnis angemessen, es gibt jedoch billigere Kleinwagen auf dem Markt.

Den Stadtfloh haben die Koreaner außen optisch doch spürbar umgekrempelt. Der Kühlergrill ist wuchtiger als beim Vorgänger, die gesamte Front selbstbewusst und kantig gezeichnet. Beim Exterieur fällt er zudem mit eigenständigen Design-Merk¬malen wie den runden LED-Tagfahrlichtern auf.

Das Heck des Bi-Color-Lackierten (kostet 500 Euro extra) ist leicht ausgestellt, das Logo prangt mittig oberhalb des Kofferraumgriffs und die Heckleuchten sind kompakt zu einer Phalanx gebündelt. So steht der Kleinwagen selbstbewusst auf der Straße.

Selbstbewusst, komfortabel und sicher sind auch drei Attribute, die auf die Fahrwerksabstimmung zutreffen. Der kleine Koreaner gibt sich auch in schnellen Kurven kaum eine Blöße, die Lenkung ist präzise und feinfühlig und die Federung gibt sich zwar straff ist aber durchaus noch komfortabel. Die Fünfgangbox wiederum erweist sich als äußerst knackig und besticht mit kurzen Wegen und die Bremsen erweisen sich als standfest und fein dosierbar.

In der Stadt dürstet der i10 nach sieben Liter Sprudel und mehr, wenn man eher forsch unterwegs ist. Kombiniert mit ein paar Überlandfahrten ist dann der Referenzwert von 5,6 Litern machbar – für dieses Leichtgewicht ein maximal mittelmäßiger Wert.

Schlussendlich gibt sich der Hyundai in Sachen Nutzbarkeit keine Blöße. Die Bedienung funktioniert genauso, wie man sich das vorstellt. Dazu kommen eine ergonomische Sitzposition, viele praktische Ablagen und auch im Fond ist die Beinfreiheit mehr als akzeptabel. Großes Lob gebührt auch dem Gepäckabteil.

Neben der guten Verarbeitung lässt sich der für diese Fahrzeugklasse recht üppige Kofferraum mit 252 Litern auch problemlos erweitern und offenbart dann mit 1050 Litern einen geräumigen Stauraum.

Fazit

Er hat alles, was man sich von einem Auto im Jahr 2020 erwarten darf – und noch mehr. Denn der Hyundai i10 ist nicht nur ausreichend motorisiert, sondern auch in puncto Ausstattung und Fahrverhalten kompetitiv. Allerdings ist er auch kein Schnäppchen.

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