Ist der Banderas ein guter Schauspieler, und spürt die Cruz das?

Unterhaltsam und schlau: „Der beste Film aller Zeiten“

Ja, sie ist es: Penélope Cruz als Lola
Ja, sie ist es: Penélope Cruz als Lola © Studiocanal

Mythen und Geschichten über Regisseure gibt es viele. Francis Ford Coppola sagte etwa angeblich einst, dass Regisseur der letzte diktatorische Beruf sei. Auch mit anderen dieses Berufsstandes soll nicht immer gut Kirschen essen sein — hört man.

Penelope Cruz als Regisseurin Lola macht es in der Satire „Der beste Film aller Zeiten“ von Gastón Duprat und Mariano Cohn ihren „Schützlingen“ Antonio Banderas und Oscar Martinez auch nicht leicht. Drehen sollen alle drei diesen titelgebenden besten Film aller Zeiten, der das Vermächtnis eines reichen Mannes werden soll.

Was macht ein Schauspieler? Sagt er einen Text auf und benutzt Menthol zum Weinen? Oder IST er eine Figur mit Vergangenheit und fühlt ehrlich? Wie läuft so eine erste Leseprobe ab? Lola will die Wahrhaftigkeit, ihre beiden Schauspieler sollen eins werden, sind aber mit ihren übergroßen Egos naturgemäß Konkurrenten. Gut und schlecht, in solchen Kategorien sollte bei Schauspielern nicht gedacht werden.

Der eine (nicht Banderas) will nicht der Quotenlatino in Hollywood sein, übt jedoch mit der Thermoskanne in der Hand eine Dankesrede. Der Banderas schreckt nicht davor zurück, eine „echte“ Vorstellung des unheilbar Kranken zu liefern. Und was geht noch ab, wenn sich auf Dreharbeiten vorbereitet wird? „Entschuldige, wenn ich eine Erektion habe. Und entschuldige, wenn ich keine habe“, sagt Banderas vor der Übungsschmuserei mit der Frau im Film.

Penélope Cruz überrascht in „Der beste Film aller Zeiten“ optisch, lässt als Regisseurin ihre gewohnte Schauspielkunst blitzen (man traut sich hier einfach nicht schreiben: sie ist eine gute Schauspielerin!), Antonio Banderas ist herrlich, ihm steht das Komödiantische.

Man hat nach knapp zwei Stunden nicht den besten Film aller Zeiten gesehen, aber wurde wunderbar und schlau unterhalten, trotz ein paar Längen und Vorhersehbarkeiten.

Von Mariella Moshammer

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