Ibiza-Video: Gudenus sieht sich rehabilitiert

Der ehemalige freiheitliche Spitzenpolitiker Johann Gudenus sieht sich durch die mittlerweile bekannt gewordenen Passagen aus dem Ibiza-Video rehabilitiert. Er erwartet nun nicht nur eine “Richtstellung” und “Entschuldigung” jener Medien, “die die manipulativen Videoausschnitte veröffentlicht haben”, sondern kündigte gegenüber der APA auch rechtliche Schritte an.

“Die aktuelle Wende in der sogenannten ‘Ibiza-Affäre’ zeigt, dass die ursprünglich veröffentlichten Videosequenzen einen manipulativen Zusammenschnitt darstellen”, sieht Gudenus seine Darstellung des Abends auf der spanischen Insel bestätigt. Während die seiner Ansicht nach manipulativen Ausschnitte “bis heute überall rauf und runter gespielt werden, wird die nun ans Licht gekommene Wahrheit von den meisten Medien weiterhin totgeschwiegen”.

Die “rehabilitierenden Transkriptionen” stellen laut Gudenus ein für alle Mal klar, dass dieser sich auf Ibiza “weder moralisch noch rechtlich” etwas zuschulden kommen habe lassen. Der Ex-FPÖ-Klubchef im Nationalrat glaubt allerdings, dass sich keines der von ihm genannten Medien “einsichtig” zeigen wird. Man habe sich bereits zu tief “in einen Sumpf aus manipulativer, von Hass geschürter und politisch motivierter Berichterstattung hineinmanövriert und habe nun Angst, endgültig sein Gesicht zu verlieren”.

“Interessant” ist für Gudenus auch, dass die beiden Journalisten der “Süddeutschen Zeitung” bereits in deren Buch versucht hätten, sich rechtlich abzusichern, indem ein paar entlastende Aussagen “unterschwellig” und “unvollständig” zitiert worden seien”. Dass es die Zeitung zudem unterlassen habe, das Gesicht von Gudenus’ Frau zu verpixeln, stellt für diesen einen weiteren Skandal dar. Dies sei “nichts anderes als mieseste Sippenhaftung, die an die dunkelsten Zeiten der Geschichte erinnert”.

Gudenus lässt nun rechtliche Schritte prüfen. Sollten die besagten Medien nicht von selbst “die Dinge umfassend richtigstellen, werden wir es über den Klageweg versuchen”.

Nachrichten auf dem Handy von Heinz-Christian Strache lassen unterdessen an dessen Aussagen zu möglichen Gegenleistungen für Gesetzesänderungen zweifeln. Dem ehemaligen FPÖ-Chef und Vizekanzler wird vorgeworfen, sich für einen Privatklinik-Betreiber eingesetzt zu haben, der ihm dafür Privatflüge geschenkt haben soll. Die Nachricht eines Piloten könnte Straches Dementi widersprechen, berichtete die “Krone”.

Strache hatte sich 2017 – also noch vor der FPÖ-Regierungsbeteiligung – öffentlich dafür eingesetzt, der “Vienna International Medical Clinic” Mittel aus dem Privatanstalten-Finanzierungsfonds (PRIKRAF) zukommen zu lassen. Deren Betreiber Walter Grubmüller leistete damals eine 10.000 Euro-Parteispende an die FPÖ. Ende 2018 legte die türkis-blaue Koalition schließlich eine Reform des Fonds vor, die auch Grubmüllers VIMC erfasste.

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) prüft die damaligen Vorgänge. Anlass dafür sind auf Straches Handy gefundene Nachrichten, in denen von Flügen nach Ibiza und Korfu in Grubmüllers Privatjet die Rede sein soll. Außerdem bittet Grubmüller Strache um das “Spendenkonto für die EU-Wahl” 2019. Strache bestritt die angeblichen Gegenleistungen, der Flug nach Korfu sei nie zustande gekommen, jener nach Ibiza selbst bezahlt worden.

In den Ermittlungsakten findet sich laut “Kronen Zeitung” allerdings ein SMS eines Privatjet-Piloten an Strache, das an dessen Angaben zu Korfu zweifeln lässt. “Wer schreibt? Mit freundlichen Grüßen”, fragt der ehemalige FPÖ-Chef nach. Als Antwort erhält er: “Gottfried – Pilot von Walter – kennen uns aus Korfu.” Verfasst wurde die SMS ein paar Monate nach dem Flug.

Laut Strache hat die Korfu-Reise, auf die sich ein Privatjet-Pilot in einer Nachricht an den ehemaligen FPÖ-Chef bezieht, bereits 2016 stattgefunden. Diese sei rein privat gewesen, wies dessen Partei Zusammenhänge mit möglichen Gegenleistungen eines Privatklinik-Betreibers für Gesetze gegenüber der APA zurück. 2018 sei Strache hingegen gar nicht auf der griechischen Insel gewesen.

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