„Ich bin ein extremer Angsthase“

    Österreichs große Schauspielhoffnung über ihren jüngsten Film „Die letzte Party deines Lebens“

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    Am Abgrund: Julia (Elisabeth Wabitsch) und Felix (Ferdinand Seebacher)
    Am Abgrund: Julia (Elisabeth Wabitsch) und Felix (Ferdinand Seebacher). © Thimfilm/Gebhardt Productions GmbH

    Von Philipp Wagenhofer

    Für die Hauptrolle der Paula in ihrem ersten Kinofilm „Siebzehn“ wurde sie beim Ophüls-Preis als „Beste Nachwuchsschauspielerin“ ausgezeichnet. Nun kommt die Grazerin Elisabeth Wabitsch, Jahrgang 1997, mit Dominik Hartls Horror-Thriller „Die letzte Party deines Lebens“ ins Kino, der von einer todsicher unterhaltsamen Maturareise nach Kroatien handelt.

    VOLKSBLATT: Mögen Sie den Nervenkitzel, den Horror-Thriller wie „Scream“ verbreiten?

    ELISABETH WABITSCH: Prinzipiell schon, aber für mich ist es oft zu viel Nervenkitzel, weil ich ein extremer Angsthase bin. Wenn ich mir solche Filme untertags anschaue und aus dem Kino komme und merke, dass alles in Ordnung ist, dann mag ich diesen Nervenkitzel sehr gerne.

    Mussten Sie sich bei gewissen Szenen überwinden?

    Naja, bei den Dreharbeiten weiß man, dass alles nicht so gruselig ist, wie es dargestellt wird. Aber teilweise waren auch Szenen dabei, die ich schon beim Drehen gruselig gefunden habe.

    Was treibt Ihnen den größten Schauer über den Rücken. Ist es die Angst, die man vor Figuren mit Kapuze und Smiley-Maske hat, oder die Atmosphäre?

    Es ist die Mischung aus beiden Elementen, die Atmosphäre, zu der dann auch noch ein gefährliches Subjekt kommt. Aber die größte Angst hat man ja davor, dass bald etwas passiert.

    „Die letzte Party deines Lebens“ spielt beim X-Jam für Maturanten in Kroatien. Wie waren die Dreharbeiten unter Massen von Teenagern?

    Es war total anders. Wir haben zwei Wochen unter diesen Jugendlichen gedreht. Das war schon auch sehr lustig, weil es halt ein bisschen unberechenbar ist, wenn du unter tausenden Menschen drehst. Oft schauen auch Leute in die Kamera oder reden hinein. Da musst du abbrechen. Es war schon anstrengend, aber es war auch eine coole Erfahrung, sich von der Masse mittreiben zu lassen und in der Masse seine Arbeit zu machen.

    Hätte Ihnen eine Maturareise zum X-Jam gefallen?

    Ich bin nicht mit meiner ganzen Klasse auf Maturareise gefahren, sondern nur mit drei Freunden. Für uns war X-Jam keine Option, weil wir gerne eine Städtereise machen wollten. Aber ich kann mir schon vorstellen, wenn ich mit dreißig Leuten auf Maturareise fahr‘ und nichts organisieren möchte, dann ist X-Jam natürlich eine Option.

    Es geht in „Die letzte Party deines Lebens“ nicht nur ums Abfeiern und Killen, sondern auch um Außenseitertum, Freundschaft und Ehrlichkeit. Gab es abgesehen vom Thrill Parallelen zu Ihrer Schulzeit?

    Natürlich hat es auch bei uns Außenseiter gegeben, aber das war vor allem in jungen Jahren. Je älter wir geworden sind, desto eher sind wir draufgekommen, dass das gegenseitige Austricksen — wie ja auch im Film — eigentlich nichts bringt.

    Sie wurden beim Ophüls-Preis als „Beste Nachwuchsschauspielerin“ ausgezeichnet. War das für Sie pure Freude oder hat das den Druck auf Sie erhöht?

    Primär war es einmal nur Freude. Natürlich fragt man sich, ob es beim zweiten Film wieder so gut klappt. Aber man will immer sein Bestes leisten — egal, ob man jetzt einen Preis bekommen hat oder nicht. Ich bin prinzipiell sehr selbstkritisch. Und meine Freunde und meine Familie haben schon geschaut, dass ich nicht abhebe.

    Eine Ihrer Schwestern ist auch Schauspielerin. Gibt es da Unterstützung?

    Sie kennt die Probleme und Zweifel, die man hat. Das ist schon sehr angenehm, wenn jemand da ist, der einen immer unterstützt.

    Sie haben keine spezielle Schauspielausbildung, wirken aber in Ihren Rollen höchst glaubwürdig. Ist das der Fall, weil die Rollen bisher Ihrem Alter und Werdegang entsprochen haben?

    Meine Rollen waren vom Alter her ähnlich, ja. Und in beiden Rollen steckt ein bisschen etwas von der Elisabeth. In diesem Film war es sicher ein Vorteil, ein Jahr vorher selber Matura gemacht und das Gefühl erlebt zu haben.

    Am Ende des Films haben Sie wohl auch körperlich Anstrengendes erlebt. Wie war diese Erfahrung?

    Das war das Anstrengendste, das ich bis jetzt gedreht habe. Wir haben die Nacht durchgedreht, in der Früh bin ich nach Hause und habe den ganzen Tag durchgeschlafen. Es ist dann am nächsten Tag weitergegangen. Da die Szene sehr anspruchsvoll war, war das ganze Team sehr konzentriert und sehr bedacht darauf, dass es uns Schauspielern gut geht.

    Sie werden als Zukunftshoffnung bezeichnet. Wo soll der Weg hingehen?

    Der Weg soll so weitergehen, wie er begonnen hat. Aber es war schon ein enormes Glück, gleich zwei große Kinofilme zu drehen.

    Wollten Sie nicht studieren?

    Genau. Wenn ich nix zu drehen hab‘, finde ich das Studieren eine super Möglichkeit, mich zu beschäftigen. Ich hab‘ noch lange nicht ausgelernt, aber eigentlich würde ich gerne Schauspielerei machen. Nur, bevor mir wirklich langweilig ist, studier‘ ich lieber Jus.