„Ich gehe dahin, wohin mich das Universum bringt“

Österreichs ESC-Hoffnung Paenda zeigt im Interview kurz vor ihrem großen Auftritt Selbstbewusstsein

Paenda auf Erkundungstour in Tel Aviv
Paenda auf Erkundungstour in Tel Aviv © ORF/Roman Zach-Kiesling

Österreichs Song-Contest-Hoffnung Paenda tritt heute im 2. Semifinale gegen starke Mitbewerber an.

Kurz vor ihrem Einsatz sprach die 31-Jährige mit Martin Fichter-Wöß über ihr politisches Selbstverständnis, Krisen und ihre Motivation

MARTIN FICHTER-WÖSS: Sie sind nun so etwas wie die offizielle Vertreterin Österreichs. Sehen Sie sich als politischen Menschen?

PAENDA: Es gibt auch politische Statements der anderen Art. Beim Thema Gleichberechtigung sehe ich mich etwa durchaus als jemanden, der versucht, auf gewisse Dinge aufmerksam zu machen und Aussagen zu setzen.

Haben Sie zu einem Satz wie „Ich bin stolz, Österreicherin zu sein“ einen Bezug?

Ich bin ein Mensch. Ich bin eine Frau. Ich habe viele Gene in mir. Ich finde, Österreich ist ein wunderschönes Land. Ich lebe sehr gerne in Wien und liebe die Steiermark im Sommer. Also: Ich bin gerne aus Österreich.

Wie gehen Sie mit dem Faktor um, an einer riesigen Show teilzunehmen, die in einer politisch angespannten Lage von Israel stattfindet?

Natürlich hört man die Dinge, die passieren. Aber mein Credo ist: Ich will mir selbst ein Bild der Lage machen und mit den Menschen vor Ort sprechen. Man bekommt ganz andere Einblicke.

In Ihrem Song „Limits“ beschreiben Sie eine sehr persönliche Lebenskrise. Waren Sie damals am Boden?

Die ersten Zeilen im Song bedeuten mir selbst so viel, dass es immer wieder abruft, wie es mir damals ging, wenn ich sie singe. Und solch einen Song schreibt man nicht, wenn man gerade ein glücklicher Mensch ist.

Sie wollten mit Ihrem Album „Evolution II“ mehr in Richtung Mainstream gehen. Nun stehen Sie auf der ESC-Bühne. Sind Sie angekommen?

Ich gehe dahin, wohin das Universum mich bringt. Ich werde immer das machen, worauf ich gerade Lust habe. Clubkonzerte haben für mich etwas genauso Befriedigendes wie vor einer unüberschaubaren Menschenmenge zu stehen. Ich war nie jemand, der sagte: Ich will Sängerin werden. Oder ich will ein Star werden. Meine Motivation ist, kreativ zu sein.

Sind für Ihren Song die Experten wichtiger oder die Zuschauer?

Ich habe keine Ahnung. Ich hoffe einfach, dass ich so viele Menschen wie möglich erreiche — und wenn sie nicht für mich abstimmen, sollen sie zumindest über das Thema nachdenken.

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