„Ich setze alles auf eine Karte“

Bachmann-Preis: Oö. Autor Leander Fischer „kann nicht anders“

Autor Leander Fischer
Autor Leander Fischer © APA/R. Jäger

„Der Literaturbetrieb ist unfassbar mühsam.“ Leander Fischer wirkt nachdenklich. Das wirkt er eigentlich immer. „Es gibt sehr viele, die schreiben wollen, aber nur sehr wenige gute Texte. Eine groteske Situation“, sagt er. In Klagenfurt hat er Gelegenheit, zumindest in eigener Sache den Gegenbeweis anzutreten. Der 26-jährige Oberösterreicher liest bei den 43. Tagen der deutschsprachigen Literatur, die heute starten. Die Lesungen von Donnerstag bis Samstag werden live in 3sat übertragen.

Es ist ein schon länger fertiger Text, mit dem der gebürtige Oberösterreicher Leander Fischer sich bei dem Juryvorsitzenden Hubert Winkels erfolgreich um die Teilnahme am Wettlesen um den Bachmann-Preis beworben hat.

Fischer wurde in Vöcklabruck geboren, das Gymnasium besuchte er bei den Kreuzschwestern in Gmunden („Wie Barbara Frischmuth!“), wo einem das Nicht-Tragen von Hausschuhen oder eine zu lose Zunge schlechte Verhaltensnoten eintrugen, wo er aber auch eine Professorin als Klassenvorstand hatte, die das literarische Talent ihres Schülers erkannte. Er sondierte die einschlägigen Ausbildungsstätten in Wien, Leipzig und Hildesheim. Nach einem Jahr in Berlin ging er nach Hildesheim ging. „Dort wusste ich schon am zweiten Tag: Das ist genau das, was ich machen möchte.“ Zur Zeit ist ein Romanprojekt in der Endphase. „Es hat jetzt 965 Seiten. Da kommt aber sicher noch ein Viertel wieder raus.“ Der in Klagenfurt gelesene Text soll eine Ahnung davon geben. Und danach wird seine Literaturagentin versuchen, seinen Roman bei einem geeigneten Verlag zu platzieren. „Ich will gar nicht den größten Vorschuss haben, sondern den Lektor, der mit mir am besten am Text arbeiten kann“, sagt Fischer.

Ob das Ergebnis mehrjähriger Arbeit entsprechende Resonanz finden wird, davon wird vermutlich mehr abhängen als von Lob oder Tadel in Klagenfurt. „Ich setze alles auf eine Karte“, sagt Leander Fischer und lächelt entwaffnend: „Aber ich kann nichts anderes.“

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