„Ich spiele auch gerne den Bösen“

Michael Steinocher nimmt nach Dreharbeiten in OÖ Abschied von „SOKO Donau“

Michael Steinocher
Michael Steinocher © Vog Photo

Warum er nach drei Jahren die „SOKO Donau“ verlässt, will er nicht verraten. Fünf Wochen Drehzeit als Bezirksinspektor Simon Steininger liegen aber noch vor Michael Steinocher (36), gestern war er mit seinen Kollegen Lilian Klebow und Stefan Jürgens bei Dreharbeiten im Linzer Ars Electronica Center.

VOLKSBLATT: Ist der Abschiedsschmerz schon groß?

STEINOCHER: Natürlich. Ich bin seit über 20 Jahren Schauspieler und es tut schon immer weh, aber wenn das Team wie eine Familie ist, dann schmerzt es sehr.

Warum hören Sie auf?

Bitte nächste Frage.

Wo wird denn in Ihren letzten fünf Wochen bei der „SOKO“ noch gedreht?

Schlögen steht diese Woche noch an und dann ist glaube ich nur noch Wien dran.

Also Abschied von Bezirksinspektor Simon Steininger wird in Wien genommen. Wie wird denn Ihr Abgang aussehen?

Es wird dem Simon weh tun, aber sie lassen ihn nicht sterben. Bei einem Ausstieg ist es ja immer so: Entweder verliebt er sich und fliegt weg, oder wird erschossen.

Oder er wird korrupt …

Das wäre auch nicht schlecht. Ich spiele auch gerne den Bösen.

Kommt das in nächster Zeit einmal?

Vielleicht. Das hatten wir auch schon, ich war schon früher einmal der Böse bei „SOKO Donau“. Vielleicht komme ich wieder als Böser.

Aber die Waffe müssen Sie ja noch nicht abgeben, in „CopStories“ sind Sie noch im Dienst?

„CopStories“ ist leider so, dass wir vier Staffeln gedreht haben und einen 90-Minüter und noch keine Pläne da sind, ob weitergedreht wird.

Was gibt es denn sonst für berufliche Pläne?

Das sind alles noch so schwammige Sachen, wo ich noch nichts fix sagen will, Angebote. Monatelang fix in Deutschland arbeiten, so wie es hier war, das ist schon verlockend, aber die ganze Familie, Freunde, meine Geschwister, meine Nichten und Neffen … Ich habe ja keine eigenen Kinder, aber meine Schwestern und das ist schon hart, wenn die so weit weg sind. Die freuen sich halt immer alle so, wenn der coole Onkel Michi kommt.

Das heißt, die Angebote aus Deutschland gäbe es …

Ja, natürlich. Der deutsche Markt ist schon sehr verlockend, aber ich liebe halt mein Österreich. Ich bin so verwurzelt mit dem Land. Ich will mich jetzt nicht als Patriot sehen, weil blöde Leute hast du überall. Aber wir haben ein Stückerl Land, das ist schon sehr schön. Ich habe bei „SOKO Donau“so viel in den Bundesländern gesehen. Ich habe mich zum Beispiel riesig gefreut, wie ich hier in Linz wieder in das gleiche Hotel an der Donau gekommen bin. Wenn du abends abgearbeitet heimkommst und das Fenster im fünften Stock aufreißt und auf die Donau schaust, dann habe ich wieder Energie, könnte gleich wieder weiterdrehen.

Interview: Mariella Moshammer

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