Mulime-Ehrenpräsident weist Verdacht von sich

Anas Schakfeh: „Ich war nie ein Muslimbruder!“

Anas Schakfeh: Kein Bargeld in der Stiftung gefunden.
Anas Schakfeh: Kein Bargeld in der Stiftung gefunden. © APA/Schlager

Vor einer Woche wurden bei Razzien im Zuge der „Operation Luxor“ in vier Bundesländern im Umfeld der Muslimbruderschaft rund 25 Millionen Euro an Vermögenswerten beschlagnahmt.

Betroffen war auch die vom ehemaligen Vorsitzenden der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGÖ), Anas Schakfeh, gegründete Stiftung, in deren Beiräten unter anderen der frühere SPÖ-Abgeordnete Hannes Swoboda sitzt: „Sollten sich die Vermutungen und Behauptungen von Verbindungen mit den Muslimbrüdern als wahr erweisen, würde ich sofort diesen Beirat verlassen“, so Swoboda zum VOLKSBLATT.

Auch Ex-Verteidigungsminister Werner Fasslabend (ÖVP) prüft seine Tätigkeit im Stiftungsbeirat. Friedrich Baldinger, ein weiterer Beirat, hat sie bis zum Vorliegen von Ermittlungsergebnissen ruhend gestellt.

Kein Bargeld in Stiftung

Der nunmehrige IGGÖ-Ehrenpräsident Schakfeh weist jeden Verdacht zurück. Allerdings weiß er noch gar nicht, was der nach ihm benanntenWiener Stiftung überhaupt vorgeworfen wird. Er selbst hat von der mehrstündigen Durchsuchung erst im Nachhinein erfahren. Ein Mitarbeiter habe ihm mitgeteilt, dass die Beamten einen Computer, einen Laptop und Bücher mitgenommen hätten.

„Sie haben nichts gefunden, in der Stiftung gibt es kein Bargeld“, so Schakfeh zum VOLKSBLATT. Der aus Syrien stammende Ex-IGGÖ-Vorsitzende bestreitet auch jede Nähe zu den islamistischen Brüdern: „Ich war zu keinem Zeitpunkt meines Lebens Mitglied der Muslimbruderschaft.“

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Wie kommt es dann, dass er als einer ihrer Köpfe in Österreich gilt?

Sympathie für Erzfeind der Muslimbrüder

Laut dem Extremismusforscher Lorenzo Vidino von der George Washington Universität hätte Schakfeh in den 1960er Jahren mit einem anderen Syrer die Muslimbrüder in Österreich gegründet. Im Buch „Qatar Papers“ wird er als Bruder des Chefs der syrischen Exil-Muslimbrüder dargestellt.

Schakfeh beteuert, den Syrer, mit dem er die Österreich-Sektion gegründet haben soll, nie gesehen zu haben. Und der angebliche Bruder sei „ein Cousin dritten Grades, den ich zuletzt 1954 als 11-Jähriger gesehen habe“. Er sei zudem Sympathisant des ehemaligen ägyptischen Präsidenten Gamal Abdel Nasser gewesen, für den er 1970 in Wien ein Totengedenken organisiert habe: „Nasser und Muslimbrüder waren Erzfeinde.“

Auch ein im Zuge der „Operation Luxor“ ins Visier geratener Salzburger Politologe hat stets bestritten, Muslimbruder zu sein. Eine Anfrage, was ihm vorgeworfen werde, ließ er aber unbeantwortet.

Von Manfred Maurer

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