IEA-Direktor: Sind in Mitte der 1. globalen Wirtschaftskrise

Fatih Birol, Direktor der Internationalen Energie-Agentur (IEA), war heute zu einem Expertenaustausch auf Besuch bei Klimaministerin Leonore Gewessler (Grüne) in Wien und fand dabei klare Worte: „Wir sind in der Mitte der ersten globalen Wirtschaftskrise.“ Es wäre ein Irrtum zu glauben, dass sich die Energiemärkte rasch wieder beruhigen würden. „Die nächsten Jahre werden nicht einfach“, so Birol vor Journalisten.

Gewessler betonte, dass „wir so ehrlich sein müssen, dass ein Umbau (des Energiesystems, Anm.) Jahre dauern wird“. „Vor uns liegt ein Kraftakt“, so die Ministerin. Und sie erinnerte daran, „dass das alles Geld kosten wird“. In Bezug auf den Krieg in der Ukraine meinte sie: „Wir können nicht zusehen wie Wladimir Putin ganze Städte zerbombt.“

IHS-Direktor Klaus Neusser hielt fest, dass der Ölpreis – rechne man die Inflation heraus – derzeit gar nicht hoch sei. Beim Öl werde sich das Angebot durch steigende Preise erhöhen, und auch das Konsumverhalten werde sich anpassen. Die Gasversorgung sei hingegen ein anderes Thema, er sei aber „optimistisch, dass wir das schaffen werden“, so der Direktor des Institutes für Höhere Studien.

Zur Diskussion über eine Abschöpfung der Gewinne von Energieunternehmen merkte Neusser an, dass eine Regelung über Verordnungen und Gesetze die Gemengelage nur komplizierter machen würde. Etwas anderes wäre eine Abschöpfung über die Ausschüttungen der teilstaatlichen, börsennotierten Energiekonzerne.

Zum Hoffnungsmarkt LNG, also verflüssigtem Erdgas, als Alternative zum russischen Gas meinte Birol, dass hier Realitätssinn gefragt sei. Die Versorgung damit werde nicht in dem Umfang und der Schnelligkeit erfolgen, wie das manche hofften. Alleine die Errichtung der LNG-Infrastruktur würde drei bis fünf Jahre dauern.

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