IG Windkraft: Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz wird noch dauern

Das in der Strombranche erwartete Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) wird nach Meinung der IG Windkraft nicht vor Ende 2020 kommen. Schuld am Aufschub ist das Platzen der ÖVP-FPÖ-Regierung im Mai. Die Vorarbeiten reichten bei weitem nicht für einen Entwurf, meinte Martin Jaksch-Fliegenschnee von der Interessensvertretung zur APA: “Geht es so langsam wie bisher, könnte es auch Mitte 2021 werden.”

Noch vor der Nationalratswahl rechnet man bei der IG Windkraft jedoch mit einer Einigung auf die ebenfalls schon lang im Gespräch stehende “kleine” Ökostromreform. Da gehe es nicht um große Sprünge, aber um einen Abbau der Warteschlange, etwa im Windkraftbereich um 200 Anlagen, die schon seit Jahren genehmigt seien. Gut wäre für den Beschluss im Nationalrat in der Woche vor dem Urnengang aber eine Allparteieneinigung, damit auch im Bundesrat die Zwei-Drittel-Mehrheit sicher sei. Anfang kommender Woche werde weiterverhandelt.

Bei der in Verhandlung stehenden Ökostromnovelle seien auch drastische Abschläge bei den Einspeisetarifen in Diskussion, was aber ungerechtfertigt wäre, warnte dazu IG-Windkraft-Geschäftsführer Stefan Moidl. Nachdem die aktuellen Förderhöhen in Österreich bereits jetzt schon tendenziell unter jenen in Deutschland liegen, sei eine Reduktion der Tarife nicht sachgerecht und daher abzulehnen, so Moidl.

Eine neue Studie zeigt laut IG Windkraft, dass das heimische Fördersystem für Windkraftanlagen vergleichsweise effektiv ist und die Fördermittel effizient vergeben werden. Bei demselben Ausmaß an Energieerzeugung könne in Deutschland in der Branche eine höhere Rendite erzielt werden als in Österreich, wird auf eine neue Arbeit von Univ.Prof. Karina Sopp von der TU Bergakademie Freiberg verwiesen.

SERVICE: Die Studie ist unter folgendem Link verfügbar:

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