Im Biologiezentrum sind die „Schleimer“ auf der Überholspur

Neue Ausstellung dreht sich um Schnecken in ihrer vollen Pracht

Schnecken (im Bild eine kubanische Buntschnecke) strecken jetzt ihre Fühler im Biologiezentrum aus.
Schnecken (im Bild eine kubanische Buntschnecke) strecken jetzt ihre Fühler im Biologiezentrum aus. © Biologiezentrum

LINZ — Sie zählen nicht gerade zu den schnellsten Lebewesen und auch punkto Attraktivität und Beliebtheit ist ihr Image gelinde gesagt noch ausbaufähig. Eine Ausstellung im Linzer Biologiezentrum räumt aber jetzt mit vielen Vorurteilen auf, die sich um Schnecken drehen und gibt Einblick in eine faszinierende und facettenreiche Tierwelt, die vor unserer Haustür beginnt. Zugegeben: Das mit der Langsamkeit wird nicht wirklich entkräftet. Falls es jemand wissen will: Den Schnecken-Geschwindigkeitsrekord hält die britische Rennschnecke Archie, der für die Strecke von 33 Zentimeter zwei Minuten und 20 Sekunden benötigte und dafür eine Eintragung ins Buche der Rekorde erhielt. Dass ihm zu Ehren auch der neueste Spross des englischen Königshauses Archie getauft wurde, ist allerdings nur ein Gerücht…

Kein Gerücht ist es, dass das Linzer Biologiezentrum mit rund zwei Millionen Exponaten die zweitgrößte Weichtier-Sammlung in Österreich besitzt. Eine kleine Auswahl davon wird auch in der Ausstellung präsentiert. Was viele nicht wissen: Schnecken und Muscheln sind seit jeher Gegenstand umfangreicher Sammlungen.

Schneckensammlungen auch in Herrscherhäusern

Zahlreiche Herrscherhäuser schmückten sich mit ausgefallenen Exponaten, die mitunter auch als Geldanlage verwendet wurden. Im Biologiezentrum wird aber auch das Leben der Schnecken in den erstaunlichsten Lebensräumen mit unbekannten und meist im Verborgenen stattfindenden Verhaltensweisen mittels Kleindioramen ins Rampenlicht gerückt. Dabei ist das ausdauernde Liebesspiel des Tigerschnegels nur eines der erstaunlichen Geheimnisse, das gelüftet wird.

Die Ausstellung beginnt heute und dauert bis 1. März 2020. In dieser Zeit gibt es zahlreiche Veranstaltungen, Führungen und Vorträge. Auch für Schulklassen empfiehlt sich ein Besuch. rö

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