Im Süden ist das Essen bekömmlicher

Die Urlaubsplanung läuft auf Hochtouren und man freut sich auf die schönste Zeit des Jahres – doch bei Menschen mit Laktose-Intoleranz schwingt auch immer die Angst mit, ob man ohne grobe Einschränkungen beim Essen und ohne körperliche Beschwerden durch die Tage in der Fremde kommt.

Diätologin Elisabeth Kranzl (r.): „In südlichen Ländern ist der Anteil an Menschen mit Laktose-Intoleranz weitaus höher als bei uns in Mitteleuropa. Das schlägt sich auch in den Ernährungsgewohnheiten nieder.“
Diätologin Elisabeth Kranzl (r.): „In südlichen Ländern ist der Anteil an Menschen mit Laktose-Intoleranz weitaus höher als bei uns in Mitteleuropa. Das schlägt sich auch in den Ernährungsgewohnheiten nieder.“ © OÖG

Wer Probleme mit Laktoseunverträglichkeit hat sollte sich für ein Urlaubsziel im Süden entscheiden. Das trägt ganz wesentlich dazu bei, dass man unbeschwerte Ferientage genießen kann, wissen die Ernährungsexperten im Klinikum Freistadt.

Der Grund ist einfach: In südlichen Ländern ist der Anteil an Menschen mit Laktose- Intoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit) weitaus höher als bei uns in Mitteleuropa. „Bei uns liegt der Prozentsatz der laktose- intoleranten Menschen bei rund 20 Prozent, im Mittelmeerraum liegt er bei zirka 50 Prozent“, erklärt Diätologin Elisabeth Kranzl vom Klinikum Freistadt. In Ostasien sind sogar zirka 90 Prozent der Bevölkerung laktose- intolerant.

Die Ursache hängt zum einen mit der Evolution und zum anderen mit der Verzehrshäufigkeit von laktosehältigen Produkten zusammen. Nordeuropäer haben sich die Fähigkeit, Milchzucker zu spalten, großteils erhalten, wogegen sich diese bei Menschen in der südlichen Hemisphäre zurückgebildet hat. Außerdem nimmt bei einem geringen Konsum laktosehältiger Milchprodukte die Laktaseaktivität ab.

Laktase ist das Enzym, das benötigt wird, um den Milchzucker zu spalten und diesen somit beschwerdefrei zu verdauen. Das schlägt sich auch in Ernährungsgewohnheiten nieder und macht es einfacher, sich in südlichen Urlaubsländern mit laktosearmen oder -freien Lebensmitteln zu ver- sorgen.

„Landestypische Gerichte im mediterranen Raum sind meistens laktosearm“, verrät Kranzl. „Hier kommt üblicherweise viel Gemüse, Salat und Obst auf den Teller. Ebenso Getreideprodukte in Form von Nudeln und Reis, Kartoffeln sowie Geflügel und Fisch. Das sind alles Lebensmittel, die ohnehin keinen Milchzucker enthalten. Zudem werden in erster Linie fermentierte Milchprodukte wie zum Beispiel Joghurt konsumiert, welche meist auch von Personen mit Laktasemangel gut toleriert werden.“

Buffet macht die Auswahl leichter

Ein weiterer Tipp von Ernährungsexpertin Kranzl lautet: „Suchen Sie sich ein Hotel mit Buffet-Verpflegung. Denn dann besteht die Möglichkeit, sich seinen Menüplan nach Lust und Laune selbst zusammenzustellen und sich jene Speisen auszusuchen, die man gerne hat und mit gutem Gewissen essen kann.“

Außerdem hilft es, sich sprachlich vorzu- bereiten und die essenziellen Begriffe zum Thema Laktose-Intoleranz in der Landesprache zu kennen, um im Zweifelsfall in einem Restaurant klären zu können, ob in einem Gericht Milchzucker enthalten ist. „Und die Laktasepräparate für den Notfall haben gut gebriefte Betroffene ohnehin immer dabei“, weiß die Expertin. Damit steht einem unbeschwerten Urlaub trotz Laktose-Intoleranz grundsätzlich nichts mehr im Wege.

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