Immobilien in Wien heuer weiter stark verteuert

Für einen Wohnungskauf in Wien ist 2021 deutlich mehr Geld auf den Tisch zu legen als 2020. Im zweiten Coronajahr zogen die Preise in den ersten drei Quartalen ungebremst an. Konkret gingen die Quadratmeterpreise im Median binnen eines Jahres um 12 Prozent auf 5.800 Euro ein weiteres Mal kräftig nach oben, wie aus einer Auswertung der Angebotspreise auf dem Immobilienportal immowelt.at hervorgeht. Es werden viele – vor allem teure – Wohnungen gebaut.

Die „starke Neubauaktivität“ bringe „zumeist hochwertig ausgestatteten Wohnungen“ hervor. Diese drängten zunehmend auf den Markt und bestimmten die Angebotslage, erklärte der Immobilienanbieter am Mittwoch. Die Angebotspreise für Wohnungen hätten sich in sämtlichen 23 Wiener Bezirken deutlich erhöht – in 16 davon um mindestens 10 Prozent.

Besonders massive Preisanstiege waren heuer bis September bei Neubauwohnungen in Randbezirken wie Penzing (plus 19 Prozent auf über 5.000 Euro pro Quadratmeter), Ottakring (plus 17 Prozent auf knapp unter 5.000 Euro) und Döbling (plus 16 Prozent auf 6.140 Euro) zu beobachten. Mangels freier Bauflächen im Zentrum verlagert sich der Wohnungsbau zusehends an den Rand der Stadt. Die zahlreichen Neubauten heben das Preisniveau.

Noch stärker als in den Randbezirken war der Sprung nach oben im bisher schon teuersten Bezirk: In der Inneren Stadt legten die Quadratmeterpreise für Luxuswohnungen im Berichtszeitraum von ihrem hohem Niveau aus noch einmal um 23 Prozent bei 14.500 Euro zu. Die Wohnungen dort sind damit 2,5-mal so hochpreisig wie im Wiener Durchschnitt. Die meisten der angebotenen Immobilien im 1. Bezirk gehören zum Luxussegment, sind den Angaben zufolge „neu gebaut oder frisch renoviert und dementsprechend teuer“. „Wer im Zentrum Wiens kaufen möchte, muss häufig siebenstellige Beträge in die Hand nehmen“, so immowelt.at, also über 1 Million Euro.

Neben der Innenstadt zählen auch die anderen Bezirke innerhalb des Gürtels zu den teuersten Wohngegenden Wiens. Hinter dem 1. Bezirk rangiert die Josefstadt mit 7.590 Euro pro Quadratmeter (plus 7 Prozent) als zweitteuerster Gegend, gefolgt von Wieden und Neubau mit mittleren Kaufpreisen von 6.790 Euro beziehungsweise 6.600 Euro pro Quadratmeter (jeweils plus 13 Prozent). In den zentrumsnahen Bezirken befeuert die hohe Nachfrage die Preise.

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Doch auch jenseits der Donau erhöhten sich die Preise während der Coronapandemie kräftig – um 15 Prozent auf 4.870 Euro. Für Wiener Verhältnisse noch preiswert sind laut immowelt die Bezirke im Süden der Stadt. Am günstigsten kamen im Berichtszeitraum Eigentumswohnungen in Favoriten, mit 4.270 Euro pro Quadratmeter. Die benachbarten Bezirke Simmering, Meidling und Liesing seien nur unwesentlich teurer, wobei auch dort die „Preiskurve steil nach oben“ zeige.

In der Kaufpreisanalyse von immowelt.at. wurden die Angebotspreise von Eigentumswohnungen in den einzelnen Wiener Bezirken von Jänner bis September 2021 mit der Vorjahresperiode verglichen: Datenbasis für die Berechnung der Kaufpreise waren auf immowelt.at inserierten Angebote. Dabei wurden den Angaben zufolge nur jene Angebote berücksichtigt, die vermehrt nachgefragt wurden. Die Preise sind jeweils Angebots-, keine Abschlusspreise. Sie geben den Median des Quadratmeterpreises der jeweils im Berichtszeitraum angebotenen Wohnungen wieder. Der Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise.

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