Immobilien verteuerten sich 2021 massiver denn je

Die Immobilienpreise legen seit Jahren zu, doch 2021 sind die Kosten wesentlich steiler nach oben gegangen als im Jahrzehnt davor. Der Kauf von Häusern und Wohnungen verteuerte sich um massive 12,3 Prozent, wie nun Daten der Statistik Austria zeigen. „Dies ist der höchste jährliche Anstieg seit Beginn der Indexreihe im Jahr 2010“, teilten die Statistiker am Mittwoch mit. Die Mieten erhöhten sich moderater – bei Neuvermietungen kam es zu einer Teuerung von 2,9 Prozent.

Der Anstieg der Kaufpreise für Häuser und Wohnungen lag 2021 mit deutlichem Abstand über den Werten der Jahre davor – 2020 betrug das Plus 7,7 Prozent, 2019 waren es 5,8 Prozent. Am stärksten aufwärts ging es im abgelaufenen Jahr mit den Preisen für bestehenden Wohnraum – hier betrug das Plus im österreichweiten Schnitt sogar 14,2 Prozent (2020: 8 Prozent, 2019: 5,7 Prozent).

In dieser Gruppe verteuerten sich vor allem die Eigentumswohnungen mit überdurchschnittlichen 15,5 Prozent (2020: 7,0 Prozent, 2019: 6,7 Prozent). Zu einer kräftigen Teuerung von 12,5 Prozent kam es auch bei Häusern, die von Haushalten zu Wohnzwecken erworben wurden (2020: plus 9,2 Prozent, 2019: plus 4,6 Prozent).

Weniger stark entwickelte sich laut Statistik Austria der Teilindex „Kauf von neuem Wohnraum“, der die Preisentwicklung von neuen Wohnungen und Fertighäusern abbildet. Dieser stieg im Jahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 7,3 Prozent (2020: 6,5 Prozent, 2019: 6,0 Prozent).

In Österreich lebt den Angaben zufolge fast jeder zweite Haushalt (47,9 Prozent) im Eigentum, in Wien sind es nur 19,3 Prozent, im Burgenland, am anderen Ende der Bandbreite, dafür 68,5 Prozent. 39 Prozent der Eigentümer zahlten 2021 einen Kredit zur Finanzierung ihres Hauses oder ihrer Wohnung zurück.

Jeder fünfte Haushalt (20 Prozent) hatte im vergangenen Jahr einen laufenden Kredit für eine Eigentumswohnung. Bei Haushalten mit Kindern war der Anteil mit 36 Prozent fast doppelt so hoch.

Der Anteil der Hauptwohnsitzhaushalte, die in Haus- oder Wohnungseigentum leben, ist hierzulande nach wie vor etwas höher als die Mietquote. Seit 2010 ist die Eigentumsquote aber von 50,2 auf 47,9 Prozent im Jahr 2021 gesunken – 36,9 Prozent entfielen Häuser und 11 Prozent auf Eigentumswohnungen.

Parallel dazu ist die Mietquote von 41,2 Prozent im Jahr 2010 auf 42,9 Prozent im Jahr 2021 leicht gestiegen. Die übrigen 9,2 Prozent entfielen auf verschiedene mietfreie Wohnverhältnisse sowie Dienst- und Naturalwohnungen. Die Verteilung ist je nach Bundesland sehr unterschiedlich: In Wien ist die Mietquote mit 77,2 Prozent überdurchschnittlich hoch, im Burgenland hingegen wohnt nur ein Fünftel zur Miete.

Bundesweit betrachtet lagen die durchschnittlichen Bestandsmieten 2021 bei monatlich 553,4 Euro pro Wohnung und bei 8,3 Euro pro Quadratmeter. Bei Neuvermietungen (bis unter zwei Jahren bisheriger Mietdauer) betrug die Miete inklusive Betriebskosten im Schnitt 639,5 Euro pro Wohnung bzw. 10,1 Euro pro Quadratmeter – eine Erhöhung von 2,9 Prozent gegenüber dem Jahr davor.

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