In der Breite liegt die Würze

Der Q8 ist nicht das längste SUV der Ingolstädter, das ist und bleibt der Q7. Dafür ist der Q8, das neue Audi-SUV-Flaggschiff, der mit 1995 Millimetern der Breiteste und auch aufgrund der abgesenkten Dachlinie um einiges dynamischer und sportlicher, was sich auch bei den Fahreigenschaften bemerkbar macht.

Von Oliver Koch

Er ist sicherlich das Flaggschiff in der Audi-Flotte. Die Rede ist vom Q8, der allerdings nicht der größte Spross in der Audi-Familie ist. In der Außenwirkung ist der Q8 deutlich wuchtiger und eleganter als der Q7, obwohl nur vier Zentimeter niedriger und sechseinhalb kürzer sowie knapp drei breiter.

Coupé-typisch und SUV-untypisch hat der Q8 rahmenlose Seitenscheiben. Elegant stechen die LED-Lichter, der relativ kleine Achteck-Grill, die sanft ansteigende Frontscheibe hervor. Das sanft abfallende Heck und die 4400 Euro teuren 22-Zöller verleihen im dann die dynamische Note.

Typenschein

Audi Q8 50 TDI quattro

Preis: ab € 88.400,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 153.451,34 unter anderem inklusive Head-up-Display € 1896,36, Interieurelemente in Leder € 2996,23, Allradlenkung € 1566,30, Anhängevorrichtung € 1484,88, Assistenz-Paket Tour € 1784,34, Digitalem TV-Empfang € 2424,66, 22-Zoll-Räder in 5-Y-Speichendesign € 4425,66, S-Sportsitze plus vorne € 1498,12, Standheizung/-lüftung € 2139,-, Umgebungskameras € 1036,38, Panorama-Glasdach € 2111,94 und elektrischer Lenkradeinstellung € 545,10; einen Audi Q8 gibt es ab € 88.400,-
NoVA/Steuer: 18 %/ € 1549,44 jährlich
Garantie: 2 Jahre ohne Kilometerbeschränkung, 3 Jahre Lackgarantie, 12 Jahre gegen Durchrostung
Service: alle 30.000 km oder alle 2 Jahre

Technische Daten:
Motor: V6, 24V, Common-Rail, Turbolader, Partikelfilter, 2967 cm³, 210 kW/285 PS bei 3500 U/min, max. Drehmoment 600 Nm bei 2250-3250 U/min
Getriebe: Achtgangautomatik
Antrieb: Allradantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 245 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 6,3 s
Leistungsgewicht: 8,32 kg/PS
MVEG-Verbrauch: 6,8 Liter
VOLKSBLATT-Testverbrauch: 8,1 Liter
CO2-Ausstoß: 178 g/km
NOx: 0,0756 g/km; Euro g

Eckdaten:
L/B/H: 4986/1995/1705 mm
Radstand: 2995 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 2372/2900 kg
Kofferraum: 605 Liter
Tank: 75 Liter (Diesel)
Reifen: 4 x 285/40 R22 110Y auf 22“-Alus

Sicherheit:
Regelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/BSD/RSR/ACC/LKA/TPMS
Airbags: 8

Den Innenraum schmücken drei Bildschirme, einer davon ersetzt die analogen Armaturen hinter dem wuchtigen Lederlenkrad. Die beiden anderen Displays sind in der Mittelkonsole platziert und lassen sich via Gesten, Fingerdruck oder Spracheingabe bedienen. Ganz ausgereift ist diese Technik aber nicht: Die Handykopplung klappt nicht immer, der Response der Displays lässt zu wünschen übrig und auch mit der Spracheingabe hapert es. In Summe weist der Q8 im Innenraum mehr Gemeinsamkeiten mit A7 und A8 auf als beispielsweise mit dem Q7 oder Q5.

Meckern kann und darf man über den Innenraum sonst nicht. Das Platzangebot ist opulent, die Sitzposition (Massagefunktion ist mit an Bord) ist top, die Verarbeitung entspricht der berühmten deutschen Gründlichkeit und Exaktheit und die Materialien (Glas, Chrom, Leder) sind erlesen und greifen sich auch entsprechend gut an.

Ruhiger V6-Diesel

Den Q8 gibt es nur als Drei-Liter-V6-Diesel. Dieser Selbstzünder leistet 285 PS und diese stattliche Pferdeanzahl benötigt der knapp 2,4 Tonnen schwere Hochsitz auch, um auf Touren zu kommen. Die Kraftübertragung auf die vier 22-Zöller klappt hervorragend, die maximal 600 Newtonmeter Drehmoment liegen bei 2250 Touren an. Der Q8 zieht leise und dennoch spürbar davon, das Turboloch ist quasi nicht vorhanden und nach 6,3 Sekunden überschreitet er die Hundertermarke während die Achtgangautomatik exakt und rasch arbeitet, auch wenn sie bisweilen unmotiviert zurückschaltet. Dank seiner Ergonomie lässt sich der Q8 auch rasch in Kurven hineintragen wobei er zum Untersteuern neigt und ohne Lastwechsel-Tücken auskommt. Dank Allradlenkung erweist er sich zudem als wendiger Begleiter und darüber hinaus kommt der straff gefederte Q8 mit seinen mächtigen Bremsen auch fein dosiert zum Stehen. Beim Verbrauch gibt er sich mit 8,1 Litern Diesel keine nennenswerte Blöße – auch wenn dies nicht unbedingt ein berauschender Wert ist.
Ab Werk ist der Q8 auch in Sachen Fahrassistenz nicht gerade üppig ausgestattet. Dazu muss man die hochpreisige Aufpreisliste konsultieren um beispielsweise in den Genuss von Umgebungskameras, Head-up-Display, Spurwechselwarner und Reifendruck-Kontrollsystem zu gelangen. Beim Kofferraum schenkt der Ingolstädter ob seiner Dachschräge einiges an Platz her. Die 605 Liter sind aber dennoch ein akzeptabler Wert. Außerdem stört die hohe Ladekante und nach dem Umlegen der Lehnen ist das erweiterte Gepäckabteil nicht ganz eben. Die 40:20:40-Fondsitze sind gegen einen Obolus verschiebbar und mit neigungsverstellbaren Lehnen ausgestattet.

Fazit: Der Q8 deckt ein breites Spektrum ab: Er macht im Gelände genauso gute Figur wie auf der Langstrecke, kann als Familienkutsche genauso herhalten wie als Transporteur. Das nötige Kleingeld muss man aber mitbringen. Dank umfangreicher (und teurer) Extras schwillt der Kaufpreis kinderleicht über die 150.000-Euro-Marke.