„In der Mittagspause war ich nervöser“

LASK-Verteidiger Philipp Wiesinger über sein Goldtor im Cup-Halbfinale

Der LASK feiert Goldtorschütze Philipp Wiesinger (3.v.r.).
Der LASK feiert Goldtorschütze Philipp Wiesinger (3.v.r.). © APA/Eggenberger

97. Minute im ÖFB-Cup-Halbfinale in Wolfsberg, Elfmeter für den LASK und Verteidiger Philipp Wiesinger übernimmt die Verantwortung.

Im Gespräch mit dem VOLKSBLATT schildert er den Moment und wagt einen Ausblick auf das Finale.

VOLKSBLATT: Cupfinalist, was ist das für ein Gefühl?

WIESINGER: Es ist ein Highlight meiner Karriere und sehr schön, dass wir es geschafft haben, da wir ja in den letzten Jahren dreimal im Halbfinale gescheitert sind. Aber wir haben noch nichts gewonnen, wir wollen das Finale auch gewinnen.

Wie schätzen Sie die Ausgangslage im Finale am 1. Mai in Klagenfurt ein?

Zunächst hoffe ich, dass dann doch zumindest ein paar Fans zugelassen sind. In einem Spiel ist grundsätzlich immer alles möglich. Salzburg ist leichter Favorit, aber wir haben nichts zu verlieren und werden alles versuchen, um zu gewinnen. Wir haben es in uns, dass wir gewinnen können und wir haben es schon bewiesen, dass wir Salzburg schlagen können.

Wie fällt ihr Resümee zum Sieg in Wolfsberg aus?

Das Spiel war nicht besonders schön, aber erfolgreich. Es war sehr intensiv und ich denke, dass der Sieg verdient war, weil wir die besseren Chancen hatten.

Als der Elferpfiff ertönte, war da schon klar, dass Sie schießen werden?

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Ja, ich bin derzeit der Einserschütze und der Goigi hat mir gleich den Ball gebracht.

Waren Sie nervös?

In Nachmittagspause auf dem Zimmer habe ich ein wenig darüber nachgedacht, wie es sein könnte, wenn wir einen Elfer bekommen — da war ich viel nervöser als dann auf dem Feld. Ich habe mich darauf konzentriert, wie ich einen Elfer ausführen will. Eine Ecke aussuchen und dann scharf und platziert schießen.

Wurde im Vorfeld ein Elferschießen trainiert?

Nein, ich habe am Dienstag nach dem Abschlusstraining genau einen geschossen. Als einziger Spieler.

Braucht es Mut, um zu so einem Elfer anzutreten?

Ein bisschen, aber ich denke mir immer, was soll groß passieren es haben schon ganz andere verschossen, beginnend mit Ronaldo.

Was bedeutet dieser Erfolg für die kommenden Meisterschaftsspiele?

Ich hoffe, dass er uns einen zusätzlichen Push gibt. Die Gegner stehen gegen uns ja mittlerweile sehr tief, wir haben viel mehr Ballbesitz als früher, da braucht es andere Lösungen und an denen arbeiten wir sehr intensiv.

Die Floskel, dass heute „jeder gut verteidigen kann“, stimmt also?

Ja, es ist nicht einfach, gegen kompakte und tief stehende Mannschaften. Aber wir geben uns die Zeit, die es braucht, um dafür Lösungen zu entwicklen. Das Pressing unter Oliver Glasner hat ja auch nicht von heute auf morgen funktioniert und grunsätzlich zeigt die Entwicklung ja nach oben, auch wenn es heuer ein wenig Auf und Ab geht.

Wie lautet die Zielsetzung am Sonntag in Altach?

Damir Canadi ist ja bekannt dafür, dass seine Mannschaften für eine gute Defensive stehen, es erwartet uns also wieder eine ähnlich schwierige Aufgabe wie in Wolfsberg. Aber wenn wir unsere Chancen, die sich uns bieten werden, nutzen, dann bin ich zuversichtlich, dass wir drei Punkte einfahren können.

Mit LASK-Verteidiger Philipp WIESINGER sprach Roland Korntner

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