„In der Normalität angekommen“

Landestheater-Saison-Bilanz: Schneider und Schmitz-Gielsdorf trotz Besucherrückgang zufrieden

Das Gastspiel „Mamma Mia! — Das Musical“ lockte 35.398 Besucher ins Musiktheater.
Das Gastspiel „Mamma Mia! — Das Musical“ lockte 35.398 Besucher ins Musiktheater. © Stage Entertainment

Das Landestheater Linz hat in der Spielzeit 2017/18 mit 328.100 Besuchern die niedrigste Zuschauerzahl seit Start des Musiktheaters erzielt, dennoch zeigten sich Hermann Schneider, Intendant des Landestheaters Linz, und Uwe Schmitz-Gielsdorf, kaufmännischer Vorstandsdirektor der TOG (Oö. Theater und Orchester GmbH), gestern in Sachen Saison-Bilanz zufrieden. Trotz rund 1,4 Millionen Euro weniger an öffentlichen Mitteln habe man die Umsatzerlöse der Vorsaison beinahe halten und ein ausgeglichenes Jahresergebnis erwirtschaften können. Schneider sieht daher keinen Grund, seine Programmierung zu ändern: „Vor mir gab es viele Blockbuster. ,Death in Venice’ oder ,Die Frau ohne Schatten’ gehören zu einem anderen Repertoire. Unter diesem Gesichtspunkt haben wir respektable Zahlen. Außerdem erlebte das Musiktheater zu Beginn einen Hype, jetzt sind wir in der Normalität angekommen. Ich werde bei einem Mix aus Unbekanntem und Bekanntem bleiben. Wirtschaftlich trägt es sich ja.“ Es gehe um die künstlerische Qualität, nicht um Gewinn: „Wir sind eine Kultureinrichtung, es verlangt auch niemand, dass ein Krankenhaus oder eine Universität Gewinne erwirtschaften muss“, so Schneider.

Umsatzerlöse quasi gehalten

Die Auslastung lag 2017/18 bei 81,79 Prozent, in der Saison davor waren es 83,84 Prozent. Die Zahl der Besucher sank von 339.880 auf 328.100, jene der Abonnenten von 16.361 auf 15.734. Dennoch habe man bei den Umsatzerlösen knapp die 12,06 Millionen der vorangegangenen Saison gehalten und einen im internationalen Vergleich respektablen Eigendeckungsgrad von 24,6 Prozent erreicht, rechnete Schmitz-Gielsdorf, der in wenigen Tagen sein Amt an Thomas Königstorfer übergibt, vor.

Der tatsächlich gezahlte Öffentliche Zuschuss zum laufenden Betrieb von Landestheater und Bruckner Orchester belief sich auf 38,01 Millionen Euro (Vorjahr: 39,44 Millionen Euro). Die Kartenerlöse liegen bei 9,87 Millionen Euro (Vorjahr: 9,55 Millionen Euro). Die TOG hält bei 1056,5 Dienstnehmern (Vorjahr: 1069).

Internationalisierung

Die Hitliste der Spielzeit 2017/18 führt im Musiktheater „Mamma Mia! Das Musical“ mit 35.398 Besuchern in 30 Vorstellungen an. „Allerdings hatten wir da 1200 Sitzplätze und viel Werbung“, relativiert Schneider. Die erfolgreichste Tanzproduktion mit 99 Prozent Auslastung war „Music For A While“. Im Sprechtheater besuchten 19.952 Besucher in 47 Vorstellungen „Peter Pan“ und 7135 Besucher in 18 Vorstellungen „Der Zerrissene“.

Schneider hob besonders die Internationalisierung hervor, die er auch fortführen wolle. Die Koproduktionen „La Damnation de Faust“ mit der Opera de Lyon und „Death in Venice“ mit der Opera de Nice sowie die Großbritannien-Tour des Bruckner Orchesters hätten das Haus international positioniert. Das Musical „In 80 Tagen um die Welt“ heimste zahlreiche Preise ein. Das Musical „Ghost — Nachricht von Sam“ wurde im Rahmen einer Koproduktion am Berliner Stage Theater des Westens über 300-mal gespielt und ist nun in Hamburg zu sehen. Im Tanzbereich schaffte es das Landestheater bis nach Taiwan. „Diesen Weg wollen wir fortführen“, so Schneider. Für die kommende Spielzeit befinde man sich nach der Kündigung des Theatervertrages durch die Stadt Linz im Rückstand, den man auch nicht aufholen könne, so Schneider. Nach der Zusage des Landes, für die fehlenden Linzer Mittel einzuspringen, habe er nun „Sicherheit für 2019/20“.

ast

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