„In der Pflicht, neue Ziele anzugehen“

Champions League: In Salzburg herrschte nach dem erneuten Out Fassungslosigkeit — Trainer Rose blickte schon wieder nach vorne

Während Roter Stern Belgrad ausgelassen feierte, herrschte bei Salzburg nach dem erneuten Verpassen der Champions League Fassungslosigkeit.
Während Roter Stern Belgrad ausgelassen feierte, herrschte bei Salzburg nach dem erneuten Verpassen der Champions League Fassungslosigkeit. © APA/Krug

Während die Fans von Roter Stern Belgrad den Platz stürmten, um ihre Helden zu feiern, schlichen die Spieler von Red Bull Salzburg konsterniert vom Rasen der eigenen Arena. Einmal mehr mussten die Salzburger am Mittwoch als höher eingeschätztes Team einem Gegner zum Einzug in die Champions League gratulieren.

Ulmer: „Eine große Enttäuschung, eine Leere“

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Einige Spieler und Klubmitarbeiter hatten sogar Tränen in den Augen, als es darum ging, das Erlebte in Worte zu fassen. „Fluch ist es keiner“, meinte Kapitän Andreas Ulmer nach dem elften vergeblichen Anlauf der Red-Bull-Ära auf die Königsklasse, seinem neunten. „Aber wenn man in die Gesichter der Leute schaut, sieht man, dass man sie enttäuscht hat. Das ist richtig bitter“, so der Oberösterreicher. „Es ist eine große Enttäuschung, eine Leere. So oft hat man nicht die Chance, dass man in die Champions League kommt.“

77 Sekunden, die alles zerstörten: Kinderfehler

Und so nah waren selbst die Salzburger noch selten. Sie verspielten innerhalb von 77 Sekunden eine 2:0-Führung und damit einen schon sicher geglaubten Erfolg. „Wir hätten das Spiel trotz der zwei Gegentore gewinnen können“, meinte Ulmer. „Wenn wir das Spiel analysieren, wird sich herausstellen, dass es Kleinigkeiten waren.“

Stürmer Munas Dabbur fand deutlichere Worte. „Wir haben Fehler wie Kinder gemacht und wurden dafür bestraft“, sagte der Israeli, der beide Salzburger Tore erzielte, auf Sky.

In den entscheidenden 77 Sekunden fehlte die Ruhe, die Abgeklärtheit vielleicht auch die Erfahrung: „Natürlich schmerzt es, aber wir werden weitergehen“, sagte Trainer Marco Rose.

„Mannschaft hätte sich Gruppenphase verdient“

„Die Mannschaft hätte es verdient, in die Champions-League-Gruppenphase zu kommen“, so der Deutsche. Schuldzuweisungen gab es überhaupt keine, Rose schaute sogleich wieder nach vorne: „Ich habe die Verantwortung für diesen coolen Haufen hier. Ich fühle mich sofort in der Pflicht als Trainer dieser Mannschaft, die Leute wieder mitzunehmen und neue Ziele anzugehen.“

In der Auslosung zur Europa League in Topf 1

Vor der Länderspielpause wartet am Sonntag das Bundesliga-Duell gegen die Admira, am Freitag (13 Uhr) wird die Gruppenphase der Europa League ausgelost. Dabei ist Salzburg aufgrund der Erfolge der letzten Jahre sogar in Topf eins gesetzt und entgeht damit Top-Klubs wie Arsenal, Chelsea oder Leverkusen.