In der Welle der Midlife-Crises

Zweimal für den Oscar nominiert: „Der Rausch“ von Thomas Vinterberg

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Viel Party, viel Alkohol. Thomas Vinterberg geht in die Vollen: Der Jugend beim ungezwungenen Feiern zuzuschauen, hat etwas Nostalgisches.

Aber darum geht es in „Der Rausch“ nicht. Der Film spielt in einer Zeit fernab drohender Gefahren durch ein Virus, es sind die Promille, die die Helden umtreiben. Mittelpunkt der vier Männer ist Martin, gespielt vom viel gefeierten Mads Mikkelsen.

Alkohol in allen Facetten ist der eigentliche Hauptakteur. Ob als billiger Fusel für den schnellen oder teuer Wodka mit Kaviar für den edlen „Fetzen“. Die Männer lassen sich auf ein Experiment ein: Wenn dem Mensch bei seiner Geburt 0,5 Promille fehlen, wäre er ja dumm, die nicht immer wieder aufzufüllen, um das volle Potenzial auszuschöpfen.

Martin wird zum Muster-Lehrer, auch die anderen haben mehr oder minder ihre Vorteile vom Dauerrausch. Der wunderbare österreichische Ausdruck „in der Welle“ trifft es sehr gut — manchmal drüber, meistens schön mittendrin. Aber eines wird nicht weniger: der Frust am eigenen Leben.

Die Männer in ihren mittleren Jahren haben es nicht leicht. Sie sind nicht mehr die, die sie in ihren knackigen 30ern waren und langweilen sich so irgendwie selbst (und den Rest der Welt). Trinken scheint keine Lösung zu sein, aber nicht trinken offenbar auch nicht.

Wenn am Ende der Nachwuchs wieder mitten im geilen Feiern ist und die Midlife-Herren mittendrin und voll zu, dann scheint Vinterberg es zu fixieren: Das ist der Kreislauf des Lebens.

Von Mariella Moshammer

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