„In einem Alter, in dem man ein Resümee zieht“

Iris Berben und Murathan Muslu in „Nicht tot zu kriegen“: Mittwoch, 20.15 Uhr, ORF 2

Die Diva und der Sicherheitsmann: Iris Berben und Murathan Muslu in „Nicht tot zu kriegen“
Die Diva und der Sicherheitsmann: Iris Berben und Murathan Muslu in „Nicht tot zu kriegen“ © ORF/ZDF/Alexander Fischerkoesen

Der Nachruf wird äußerst selten vom Verblichenen verfasst (außer, er ist sehr vorausschauend), der Blick zurück auf ein Leben und eine Karriere kann aber durchaus aktiv geworfen haben.

Etwas in der Art macht die deutsche Schauspielerin Iris Berben in „Nicht tot zu kriegen“. Heute feiert der Film auf ORF seine Premiere. Anlass ist der 70. Geburtstag der Berben, Fiktion und Realität vermischen sich in dem ironischen Krimi.

„Echte“ Auftritte aus dem langen Schaffen der Iris Berben tauchen auf, wie viel von der ins gewisse Alter gekommenen Simone Mankus in Iris Berben steckt, oder umgekehrt, kann nur sie sagen: „Simone Mankus und ich sind uns in mancher Hinsicht tatsächlich ähnlich. Statt der 40 Jahre Berufserfahrung sind es bei mir über 50, doch sind wir beide in einem Alter, in dem man ein Resümee zieht.“

Doch es gibt auch deutliche Unterschiede, wie die bald Siebzigjährige betont: „Zwar werde ich auch ein wenig wehmütig, wenn ich mich als junge Frau in den alten Filmen sehe, doch aus der Erfahrung weiß ich, dass kein Stillstand gut tut.“

Leichter wird’s mit dem Mann für die Sicherheit

Ein Stalker macht Simone Mankus das Leben schwer, leichter soll es durch den Ex-Polizisten Robert Fallner werden. Wer jetzt an Whitney Houston und Kevin Costner denkt, liegt nicht so ganz richtig, obwohl Zweitgenannter gewitzt in „Nicht tot zu kriegen“ auftaucht. Iris Berben und Österreichs begehrter Schauspielexport Murathan Muslu als Sicherheitsmannholen mehr raus aus der hier noch ungleicheren Paarung.

Nicht nur die „Diva“ — fetter Pelz, fette Sonnenbrille und Supermarktschampus gleich zu Beginn — muss damit klarkommen, dass die Menschen, die sie „gut finden“, immer seltener auftauchen. „Bist nicht mehr so stark, wirst alt Fallner“, muss sich auch der frisch gebackene und 30 Jahre jüngere Personenschützer anhören, den Muslu gleichsam tough, stark und unterm Sweater einfühlsam, charmant und empfindsam gibt. Beide werden mit der Vergangenheit konfrontiert, Mankus in Form ewiger medialer Präsenz, Fallner wird heimgesucht von einer schwerwiegenden Entscheidung. Das schweißt dann auch zusammen.

„Nicht tot zu kriegen“ vereint die spannende Krimihandlung mit einer ungewohnten, aber sehr unterhaltsamen Rückschau auf Berbens Karriere. Ein schönes Selbstgeschenk.

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