In memoriam Alfred Obermüller

Ein Nachruf von Seniorenbund-Landesobmann LH a. D. Josef Pühringer

Alfred Obermüller, 1940 - 2020
Alfred Obermüller, 1940 - 2020 © privat

Am 30. Oktober hat Alfred Obermüller noch in alter Frische seinen 80. Geburtstag gefeiert und viele Komplimente erhalten, wie gut er aussehe, u. a. von seinem Lebensfreund Präsident Christoph Leitl. Nicht einmal ein Monat später, am 24. November, ist Alfred Obermüller einer Covid-19-Erkrankung erlegen. Er hinterlässt seine Gattin Magdalena, mit der er seit 1963 verheiratet war, und seine Töchter Annemarie und Andrea. Ihnen gilt unsere aufrichtige Anteilnahme.

Alfred Obermüller, der am 30. Oktober 1940 zur Welt kam, besuchte die Volksschule und die Hauptschule (Marianum) in Freistadt, absolvierte eine Tischlerlehre, die er mit der Meisterprüfung krönte. Dazu legte er die Konzessionsprüfung für Bestatter ab und war seit 1963 bis zu seiner Pension selbstständiger Tischlermeister und führte ab 1958 auch den Betrieb der Leichenbestattung in Neumarkt.

Bereits 1973 führte sein Weg in die Gemeindepolitik, von 1979 bis 2002 war er ein engagierter und erfolgreicher Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Neumarkt im Mühlkreis. Aufgrund seiner erfolgreichen kommunalpolitischen Tätigkeit wurde er rasch in weitere Funktionen gerufen. 1987 übernahm er die Funktion des Wirtschaftsbund-Obmannes im Bezirk Freistadt, ein Jahr später die Obmannschaft der Wirtschaftskammer, von 1995 bis 1997 und dann von 2000 bis 2003 gehörte Alfred Obermüller als Abgeordneter dem Oö. Landtag an. Mit Gründung der EUREGIO Bayerischer Wald-Böhmerwald wurde er Obmann dieser europäischen grenzüberschreitenden Initiative.

Obermüller erkannte sehr frühzeitig die Chancen, die sich für die Wirtschaft und auch für die Klein- und Mittelbetriebe, vor allem auch für die vielen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Mühlviertel, durch den Fall des Eisernen Vorhangs 1989 und den EU-Beitritt 1995 ergaben. Ein ganz wichtiges Projekt war ihm daher der Ausbau der S10 mit der Umfahrung Neumarkt.

Auch als Alfred Obermüller in die Landespolitik berufen wurde, blieb er der bodenständige, mit den Menschen verbundene Gemeindepolitiker und Bürgermeister. Der Kontakt zu den Menschen war ihm wichtig, er hatte immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Anliegen, vor allem auch der sogenannten „kleinen Leute“. Er selbst stand auf dem festen weltanschaulichen Fundament der christlich-sozialen Bewegung. Er war mit Leib und Seele ein „Schwarzer“, ein ÖVPler, Wirtschaftsbündler und zuletzt auch Seniorenbündler. Und trotzdem auch von politischen Mitbewerbern geschätzt und geachtet. Er war der festen Überzeugung, dass in der Politik das Gemeinsame vor dem Trennenden zu stehen hat.

„Ein großartiger Mensch“

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„Er war ein großartiger Mensch, ein großartiger Unternehmer und vor allem ein wunderbarer Freund. Ich habe einen Lebensfreund verloren und unser Stammtisch sein Oberhaupt“, so Präsident Christoph Leitl, einer seiner engsten Freunde. Der Stammtisch beim Ochsenwirt, jeden Sonntag (freilich außerhalb der Lockdown-Zeiten), war Alfred Obermüller besonders wichtig. Dort wurde über alles ernsthaft und launig diskutiert, was Neumarkt und die Welt bewegt.

Seine Verbundenheit mit den Menschen kommt auch dadurch zum Ausdruck, dass er bei vielen Vereinen Mitglied war, zum Teil auch aktiv tätig: So war er von 1968 bis 1985 Kapellmeister der Musikkapelle Neumarkt. Sein Leben und Wirken wurde mit dem „Silbernen Ehrenzeichen“ des Landes OÖ und mit der Ehrenbürgerwürde seiner Heimatgemeinde zurecht und verdient gewürdigt. Er hat Spuren im Mühlviertel und insbesondere in Neumarkt hinterlassen!

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