In Memoriam „Mabacher“

Das Porträt des Youtube-Stars Martin Habacher alias „Mabacher“ wirft einen sensiblen Blick in den Alltag des Kleinwüchsigen. Die Ärzte gaben den mit der Glasknochenkrankheit Geborenen wenig Überlebenschance – letztlich wurde er 41 Jahre alt. Der Film „Mabacher - #ungebrochen“ kommt jetzt in die Kinos.

Seine körperliche Zerbrechlichkeit machte ihn zu einer stärkeren Persönlichkeit, als man auf den ersten Blick erwarten würde. Martin Habacher, Künstlername „Mabacher“, bezeichnete sich selbst als „kleinster Youtuber der Welt”. Vor kurzem ist er überraschend mit 41 Jahren gestorben.

Der 1977 mit der Glasknochenkrankheit Geborene ist in Kremsmünster aufgewachsen. Später zog er in eine Behinderteneinrichtung in Altenhof, während dieser Zeit besuchte er die Handelsakademie in Vöcklabruck. Nach der Matura studierte der Kleinwüchsige in Wien Publizistik, ehe er sich als Social-Media-Berater selbstständig machte. In den Clips auf der Videoplattform „Mabacher“ ging es häufig um Gleichberechtigung und Barrierefreiheit. Denn er war im Alltag auf einen Rollstuhl angewiesen.

Der Dokumentarfilm „Mabacher – #ungebrochen“ von Stefan Wolner und Viktor Schaider kommt nun in Memoriam Martin Habacher in die Kinos. Zu sehen am 14. Februar im Linzer Moviemento. Der Film dokumentiert ein Leben, dem Grenzen gesetzt sind, und zeigt das sensible Porträt eines Menschen, der bereit ist, diese aufzubrechen. Die Ärzte haben seinen Eltern damals mitgeteilt, dass er den Tag der Geburt nicht überleben werde – letztlich wurde Habacher 41 Jahre alt.

Das Porträt des Youtube-Stars „Mabacher“ überzeugt mit seinem humorvollen, aber sensiblen Blick in den Alltag des Protagonisten. Dessen Leben voller Überraschungen und Hindernisse steckt und der unbeirrbar mit Klischees aufräumt. Die Filmemacher begegnen ihrem Akteur auf Augenhöhe und demonstrieren damit eindrucksvoll, wie ein Film über einen Menschen mit Behinderung ohne Stereotype und Opferzuschreibungen auskommen kann. Die Selbstbestimmtheit wird den Zusehern als selbstverständliche Gegebenheit dargelegt und kann dadurch ihre Wirkungskraft entfalten.

Für den launigen, aber respektvollen Umgang mit einem Thema, das im öffentlichen Diskurs meist zu kurz kommt und sich oft auf reduzierende Darstellungen beschränkt, hat die Jury den Österreichischen Dokumentarfilmpreis ADA 2018 vergeben.