In Oberösterreich kann künftig mobil am Hof geschlachtet werden

Österreichweit einzigartiges Pilotprojekt für mehr Tierwohl

Das Tier wird direkt am Hof betäubt, in der mobilen Schlachtanlage getötet und dann in den Schlachthof gebracht.
Das Tier wird direkt am Hof betäubt, in der mobilen Schlachtanlage getötet und dann in den Schlachthof gebracht. © Schmalzer

Durch ein bundesweit einzigartigen Pilotprojekt ist es in Oberösterreich nun erstmals möglich, mobile Schlachtanlagen auch überbetrieblich zu nutzen und so den Tieren unnötige Aufregung vor ihrem Tod zu ersparen.

„Maximales Tierwohl auch in den letzten Stunden ist ein wichtiges Anliegen der Tierhalter als auch der Konsumenten. Die zu schlachtenden Tiere sollten dabei möglichst wenig Stress erfahren. Eine Schlachtung direkt am Hof ist daher die beste Möglichkeit“, betont Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger, der das Projekt schon länger forciert hatte.

Wie auch in anderen Bundesländern waren vormalige Versuche an diffizilen Anforderungen hinsichtlich der Lebensmittelsicherheit und des Verbraucherschutzes gescheitert, nun hat man in Oberösterreichs erstmals ein gangbares System gefunden.

Vorangetrieben wurde die Entwicklung der Schlachtanlage von der Firma Neugschwandtner in Zusammenarbeit mit landwirtschaftlichen Betrieben aus der Region sowie dem Fahrzeugbau-Spezialisten Scheuwimmer aus Naarn.

Kein Massenprodukt

Wie die teilnehmenden bäuerlichen Betriebe betonen, werde die Schlachtanlage nur individuell eingesetzt, um hochwertiges Fleisch über Direktvermarktung absetzen zu können. Dort könne auch ein entsprechender Preis für die Produkte erzielt werden, zudem fördert das Land OÖ die Schlachtung mit 40 Prozent der Nettokosten. „Die mobile Schlachtung ist gemeinsam mit der Mutterkuh-Haltung sicherlich das oberste Niveau im Bereich Tierwohl“, sieht Hiegelsberger einen Markt vor allem bei Käufern, denen höheres Tierwohl auch ein höherer Produktpreis wert ist

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