In OÖ kein Lehrer ohne Ausbildung

Oberösterreich stellt „unfertige“ Pädagogen nicht ein, andere Bundesländer schon

520 Lehrkräfte in Österreich haben keine Ausbildung.
520 Lehrkräfte in Österreich haben keine Ausbildung. © Symbolfoto: Zsolnai Gergely - stock.adobe.com

Von Manfred Maurer

An Oberösterreichs öffentlichen Pflichtschulen werden keine Lehrer ohne abgeschlossene Ausbildung angestellt. Dass dies keine Selbstverständlichkeit ist, zeigen dem VOLKSBLATT vorliegende Zahlen aus dem Bildungsministerium. Demnach werden im Schuljahr 2018/19 in Österreich rund 200 Lehrkräfte ohne abgeschlossene Ausbildung an Volksschulen und rund 320 an Neuen Mittelschulen (NMS) unterrichten.

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Der Mangel an Lehrernachwuchs zwingt vor allem in Wien zur Notlösung mit noch gar nicht fertig ausgebildeten Pädagogen. „Von den insgesamt 520 Personen sind rund 60 Prozent in der Bundeshauptstadt beschäftigt“, so Annette Weber, Sprecherin von Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP). Die restlichen 40 Prozent verteilten sich „fast gleichmäßig auf alle anderen Bundesländer“. Tatsächlich unterrichtet aber keine/r dieser rund 200 Lehrer/innen in Schulen ob der Enns: „In Oberösterreich sind keine Lehrpersonen ohne abgeschlossener Ausbildung beschäftigt“, teilt Bildungsdirektor Alfred Klampfer auf Anfrage mit.

In welchen Fächern die Not-Lehrkräfte hauptsächlich beschäftigt sind, wird im Ministerium nicht erhoben. Insgesamt ist ihr Anteil am Gesamtpersonalstand aber gering. Weber: „Bei den Volksschulen sind es 0,55, bei der HS/NMS 1,1 Prozent aller dort beschäftigten Lehrpersonen.“

Eine Daueranstellung ohne Abschluss gibt es generell nicht. Im neuen Dienstrecht für den Pädagogischen Dienst ist der Sondervertrag mit einem Jahr befristet. Für eine weitere Verwendung im Lehrberuf ist der Abschluss der Ausbildung erforderlich.