In-Seit: Penetranzen (Wiener Brut)

Ihre Musik aus den Achtzigern ist facettenreich, hat nichts mit dem einfältigen Gedröhne damaliger Gruppen zu tun. Dass ihr Sound die Jahrzehnte überdauert hat, davon zeugt das eben auf Wiener Brut erschienene Album „Penetranzen“ vom Linzer Duo In-Seit, das fast gänzlich aus unveröffentlichtem Material besteht. Gleich am Anfang wird in den Zirkus vokaler Akrobatik geladen, auch am Ende steht die Stimme. Was sich dazwischen abspielt, reicht von Stücken wie „Sirenen“ und „Startbahn Mitternacht“, die das Zeug zum Ohrwurm haben, bis zu schrägen Ausflügen wie „Tiermenschen“ und „Perfect Strangers“, ein Song, der zu hämmernden Sequenzen in einem gesanglichen Furioso mündet. Irene Gunnesch (vocals) steuert die originellen, frechen, teils einfühlsamen Texte bei, Philipp Wagenhofer (keyboards, computer) sorgt für zehn starke Nummern mit prägnanten Beats und blubbernden, metallischen, auch geschmeidigen Klängen. Nicht zuletzt stehen instrumentale Stücke wie „Untitled“ für eine Partie, die ihrer Zeit in den Achtzigern weit voraus war. In-Seit ist aber auch Beispiel für ein zeitloses Projekt, das Anfang der Achtziger mit dem Album „Großkariert“ aufhorchen ließ, mit ungezähmtem Synth-Sound und einer kraftvollen Frauenstimme, die auch live mitzureißen wusste. „Penetranzen“ vervollständigt das Bild dieser — mit ein wenig Hilfe von Freunden — außergewöhnlichen akustischen Zweisamkeit. AR

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