Indien mit über 4,2 Millionen Corona-Fällen vor Brasilien

Indien hat Brasilien als Land mit der zweitgrößten Zahl an bekannten Corona-Infektionen weltweit überholt. In dem südasiatischen Land wurden inzwischen mehr als 4,2 Millionen Fälle registriert, wie offizielle Zahlen am Montag zeigten. Nur in den USA gibt es nach den erfassten Daten mit mehr als 6,2 Millionen Fällen noch mehr. In Brasilien sind es derzeit 4,1 Millionen registrierte Fälle.

Für diese wie auch für andere Länder wird allerdings mit einer hohen Zahl nicht erfasster Fälle gerechnet, die tatsächliche Rangfolge kann eine andere sein. In absoluten Zahlen gerechnet steigen die erfassten Neuinfektionen in Indien seit Wochen schneller als in jedem anderen Land der Welt. Zuletzt kamen rund 90.000 Fälle pro Tag dazu. Auch gibt es anders als in den USA oder Brasilien keinen Hinweis auf ein Abflachen der Kurve. Das Virus ist inzwischen auch auf dem Land angekommen, wo die Gesundheitsversorgung besonders schlecht ist.

Im Frühling hatte Indien einen strikten Lockdown verordnet. Dadurch brach die Wirtschaftsleistung stark ein, Millionen Menschen verloren ihre Jobs. Inzwischen setzt das Land darum auf die Lockerung von Corona-Maßnahmen und hofft, der Wirtschaft damit wieder etwas Schwung zu geben. Das Land testet inzwischen auch deutlich mehr, aber pro Kopf ist die Testrate in dem 1,3 Milliarden-Einwohner-Land noch deutlich niedriger als in anderen Ländern.

Das Land verzeichnete bisher die drittgrößte Zahl an Menschen, die im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben sind – konkret mehr als 71.000. Auf die Bevölkerung gerechnet sind dies weniger als in anderen Ländern. Die geringe Todesrate könnte an der besonders jungen Bevölkerung Indiens liegen. Viele Experten gehen aber auch davon aus, dass viele Tote nicht in der offiziellen Statistik auftauchen.

Ministerpräsident Narendra Modi steht unter Druck, die Wirtschaft wieder anzukurbeln, die wegen der strengen Corona-Schutzmaßnahmen im vergangenen Quartal im Rekordtempo geschrumpft war. Millionen Indern droht der Rückfall in Armut. Von April bis Juni gab es einen nie da gewesenen Einbruch des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 23,9 Prozent. Im Haushaltsjahr bis Ende März 2021 droht Experten zufolge ein BIP-Einbruch von rund zehn Prozent: Damit würde die Wirtschaft in dem asiatischen Schwellenland so stark schrumpfen wie nie zuvor seit der Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahr 1947.

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Die Corona-Pandemie wirkt sich auch auf die Gesundheitsversorgung aus. Sie habe Lieferengpässe für einige – auch wichtige – Arzneimittel und Impfstoffe verschärft, beobachten manche Experten in Deutschland. So sagte Ärztepräsident Klaus Reinhardt, das Problem habe durch die Pandemie mit ihren Handelsbeschränkungen “extrem zugenommen”. Die Herstellung von Arzneimitteln und Wirkstoffen ist spezialisiert und globalisiert, aus Kostengründen wird immer mehr etwa in China oder Indien produziert – das erweist sich nun erneut als Problem.

In Frankreich kam es zu einem Rechtsstreit um eine allgemeine Maskenpflicht, im Zuge dessen der französische Staatsrat entsprechende Vorschriften in den Großstädten Lyon und Straßburg weitgehend bestätigt hat. Die Pariser Institution, die die Regierung bei der Vorbereitung von Gesetzesvorhaben berät und gleichzeitig oberstes Verwaltungsgericht ist, entschied in der Nacht zum Montag in einem Eilverfahren, das die Mitte-Regierung ausgelöst hatte.

Frankreich wurde von der Corona-Pandemie schwer getroffen, es gab bisher über 30.700 Tote in Verbindung mit Covid-19. Zuletzt stieg die Zahl der neuen Fälle wieder stark an. Strenge Ausgangssperren im Frühjahr schränkten das öffentliche und wirtschaftliche Leben massiv ein. Die Maskenpflicht könne in einer Kommune eingeführt werden, falls es dort mehrere Zonen mit einem deutlichen Ansteckungsrisiko gebe, entschied der Staatsrat.

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