Industrie hält an Lehrlingen fest

Fill, KTM, Starlim-Sterner und Schatzdorfer nehmen trotz Corona-Krise Lehrlinge auf

„Wir sehen nun in der Krise, wie wichtig Wirtschaftswachstum ist.“ Das sagte am Dienstag Hanno Lorenz von der Plattform „Agenda Austria“ über die Corona-Krise. Bei „Industrie im Dialog“, veranstaltet von der Industriellenvereinigung Oberösterreich (IV OÖ), erwähnte Lorenz via Online-Meeting auch, dass die Wirtschaft „für viele Menschen“ da sei und der Sozialstaat ohne Wirtschaftseinnahmen schlichtweg „nicht funktionieren“ könne.

Die Krise verdeutliche einmal mehr, dass Menschen mit Pflichtschulabschluss deutlich öfter von Arbeitslosigkeit betroffen waren als Akademiker. Das „Epizentrum“ des globalen Wirtschaftsabschwungs infolge der Corona-Krise machte Lorenz in Europa aus und in Österreich sei vor allem der Bereich der Warenherstellung hart getroffen worden. Der Wertschöpfungsrückgang wegen der Ausgangssperre und weiterer makroökonomischer Effekte betrug dort mehr als 500 Millionen Euro.

Die entscheidende Frage sei nun: „Was kann man machen“. Es brauche ein klares „Exit-Szenario aus der Krise“. Darüber hinaus sollten Investitionen staatlich gefördert werden und speziell der zukunftsträchtigen Ausbildung im MINT-Bereich käme nun eine noch höhere Bedeutung zu, „da die Digitalisierung infolge der Corona-Krise einen massiven Schub erfahren habe. Potenziale müsse man diesbezüglich bei Frauen ausschöpfen. „Da muss sehr viel mehr kommen, als bis dato gemacht wurde“, so Lorenz.

Positiv: Die Industriebetriebe halten an der Lehrlingsausbildung fest. Das sagten unter anderem Andreas Fill (Fill), Thomas Bründl (Starlim-Sterner), Viktor Sigl (KTM) und Gertrude Schatzdorfer-Wölfel (Schatzdorfer). Allerdings würden die Pflichtpraktika, etwa bei KTM, ausfallen. Tenor unter den Industrie-Managern: Der Fachkräftemangel werde zurzeit überdeckt, sei aber nach wie vor vorhanden.

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