Inflation in Eurozone kletterte im Mai auf Rekordwert von 8,1 Prozent

Die hochschießenden Energiepreise hieven die Inflation im Euroraum auf ein Rekordniveau. Die Verbraucherpreise kletterten im Mai durchschnittlich um 8,1 Prozent binnen Jahresfrist, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag mitteilte und damit eine erste Schätzung bestätigte. Im April und März war die Teuerung noch bei 7,4 Prozent gelegen.

Die Inflationsrate ist damit inzwischen mehr als viermal so hoch wie das Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Notenbank strebt als optimales Niveau für die Wirtschaft mittelfristig 2,0 Prozent Teuerung an.

Wegen der Entwicklung haben die Währungshüter nach einem Jahrzehnt der ultralockeren Geldpolitik inzwischen einen Kurswechsel eingeleitet. Die EZB hat angekündigt, die wichtigsten Zinssätze im Juli um jeweils 0,25 Prozentpunkte anheben zu wollen. Das wäre die erste Zinserhöhung seit elf Jahren.

Und weitere Schritte nach oben sind fest eingeplant. Es gibt bereits Stimmen aus der Notenbank, bei der September-Sitzung die Zinsen dann noch kräftiger um 0,50 Prozentpunkte anzuheben. Aus Sicht von Frankreichs Notenbankchef Francois Villeroy de Galhau muss die EZB handeln, da der Preisschub inzwischen breit angelegt ist.

Die Preise für Energie legten laut Eurostat im Zuge des Ukraine-Kriegs im Mai zum Vorjahr um 39,1 Prozent zu. Die Preise für unverarbeitete Lebensmittel kletterten um 9,0 Prozent, Dienstleistungen verteuerten sich um 3,5 Prozent.

Die Preise stiegen auf breiter Front, was die sogenannte Kernrate zeigt, bei der die schwankungsreichen Preise für Energie und unverarbeitete Lebensmittel herausgerechnet sind. Diese Rate erhöhte sich im Mai auf 4,4 Prozent. Im April hatte die Kernrate noch bei 3,9 Prozent gelegen.

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