Innenminister führt Unruhen in Paris auf Corona-Ausgangsbeschränkungen zurück

Frankreichs Innenminister Christophe Castaner © AFP/POOL/ALAIN JOCARD

Der französische Innenminister Christophe Castaner hat die Ausschreitungen in einigen französischen Vorstädten unter anderem auf die „Härte“ der Corona-Ausgangsbeschränkungen zurückgeführt. Es handle sich bei den Unruhestiftern überwiegend um Jugendliche, „die denken, es sei ein Spiel, die Polizei anzugreifen und Müll zu verbrennen“, sagte er dem Sender BFMTV/RMC am Donnerstag.

„Es ist kein Spiel. Es ist gefährlich, nicht zuletzt für sie selbst“, sagte Castaner. Viele von ihnen lebten in Armut und seien deshalb wütend, fügte er hinzu. „Aber die richtige Antwort darauf ist nicht, das Auto des Nachbarn zu zerstören und in Brand zu stecken.“

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Castaner zufolge wurden seit Beginn der Ausgangsbeschränkungen am 17. März landesweit 15,5 Millionen Kontrollen vorgenommen und 915.000 Verwarnungen ausgestellt.

Seit mehreren Nächten kommt es insbesondere in den Vorstädten der Ile-de-France zu Zusammenstößen zwischen Polizisten und Bewohnern. Die Ausschreitungen hatten begonnen, nachdem in Villeneuve-la-Garenne nördlich von Paris ein Motorradfahrer schwer am Bein verletzt worden, als er mit seinem Motorrad in ein Polizeiauto fuhr. Der Mann warf den Polizisten vor, absichtlich die Tür ihres Fahrzeugs geöffnet zu haben, um ihn zu Fall zu bringen. Die Beamten wollten den Mann nach eigenen Angaben kontrollieren, da er ohne Helm fuhr.

Auch in der Nacht auf Donnerstag kam es wieder zu Ausschreitungen. Die Polizei nahm in Paris und Umgebung 13 Menschen fest. In Gennevilliers nordwestlich von Paris wurden nach Polizeiangaben etwa fünfzehn selbstgemachte Brandsätze sichergestellt. In Champigny-sur-Marne südöstlich der Hauptstadt wurde die lokale Polizeistation mit Feuerwerkskörpern beworfen.

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