Innovative Hornhauttransplantation

Bei Hornhauttransplantationen werden vernarbte Schichten der eigenen Hornhaut durch gesundes Spendergewebe ersetzt. Die Hornhautchirurgie am Klinikum Wels-Grieskirchen setzt dabei auf die neuesten schonenden Methoden. Die Vorteile für die Patienten sind die kurze Eingriffsdauer, schnellere Rehabilitation und bessere Sehleistung.

Augenarzt Martin Dirisamer: „Die neuen Operationsmethoden sind kurz, schonend und nur mit geringen postoperativen Komplikationen verbunden.“ © Klinikum WE-GR

„Eine Transplantation ist für jene Patienten wichtig, deren Hornhaut nicht mehr durchsichtig ist, zum Beispiel aufgrund von Verformungen oder Narben“, erläutert Augenchirurg Martin Dirisamer – einer der Vorreiter auf diesem Gebiet am Klinikum Wels-Grieskirchen. Ursachen können eine angeborene Hornhauterkrankung, Verletzungen des Auges oder eine Infektion der Hornhaut mit Narbenbildung sein. Aber auch mit dem Alter oder nach Augenoperationen kann es zu Veränderungen kommen, die eine Transplantation erfordern.
Schwerpunkte am Klinikum Wels-Grieskirchen sind die lamellierenden Operations- methoden DMEK (Descemet Membrane Endotheliala Keratoplasty) und DALK (Deep Anterior Lamellar Keratoplasty). „Dabei werden nur die betroffenen Strukturen der Hornhaut ersetzt, die Verfahren unterscheiden sich in der Gewebetiefe: Bei der DMEK wird die innere Zellschicht und bei der DALK die vorderen Zellschichten der Hornhaut transplantiert“, erklärt Dirisamer: Die neuen Operationsmethoden sind kurz, schonend und mit nur geringen postoperativen Komplikationen verbunden. In der Regel sind sie unter örtlicher Betäubung des Auges durchführbar. Durch den Femto-Sekundenlaser können die Schnitte in der Hornhaut so präzise und fein wie möglich gesetzt werden.“

Dünnerwerdende oder trübe Hornhaut

In der Ambulanz werden pro Monat rund 100 Patienten mit unterschiedlichen Krankheitsbildern der Hornhaut betreut. Typische Ursachen für akute Schädigungen sind Astverletzungen, Verätzungen oder Unfälle.
„Bei der angeborenen Erkrankung Keratokonus, die meist zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr auftritt, wird die Hornhaut dünner. Durch den Augeninnendruck kommt es zu einer Vorwölbung der Hornhaut“, weiß Thomas Stockinger, Leiter der Hornhautambulanz. Frühe Anzeichen seien eine rasch fortschreitende Kurzsichtigkeit bzw. Astigmatismus mit deutlich schwankenden Achsen. Bei stabilem Befund lässt sich die Erkrankung durch eine Brille und formstabile Kontaktlinsen ausgleichen. Bei Fortschreiten ist aber eine spezielle Behandlung notwendig. Es kann mit dem Femto-Sekundenlaser ein Ring in die Hornhaut implantiert werden, der zur Stabilisierung und Verbesserung der Sehleistung beiträgt.
Bei der Fuchs-Endotheldystrophie geht die Entwässerung der Hornhaut verloren, so dass sie trüb wird und aufquillt“, schildert Stockinger. Das Hornhautepithel hebt sich ab. Betroffene sehen verschwommen und leiden unter Blendungsempfindlichkeit, manchmal sogar unter Schmerzen. Anfangs können salzhaltige Augentropfen die Beschwerden lindern, mit fortschreitender Erkrankung eine Hornhautransplantation Abhilfe verschaffen.
Um die trübe Hornhaut wieder transparenter zu machen, kommt die DMEK-Methode zum Einsatz. „Heute kann eine Operation mit modernen schonenden Verfahren und den damit einhergehenden besseren Sehergebnissen bei weniger Nebenwirkungen früh und rechtzeitig erfolgen“, sagt Stockinger.
Das Spenderorgan wird von einer Hornhautbank bezogen. Diese gibt es etwa in Linz, Salzburg, den Niederlanden und den USA.

Wie ist Ihre Meinung?