Investor Rene Benko bestätigte Kauf des Chrysler Buildings

Der Tiroler Investor Rene Benko hat den Ankauf des New Yorker Chrysler Building gemeinsam mit dem US-Immobilienentwickler RFR am Freitag auch gegenüber der APA bestätigt. Zum Kaufpreis von kolportiert 150 Mio. Dollar (133 Mio. Euro) addieren sich hohe Renovierungskosten für die Architektur-Ikone aus den 1930er-Jahren. Branchenkenner beziffern diese laut “Handelsblatt” mit 150 bis 250 Mio. Dollar.

Die Jahresmiete für den Boden, auf dem der Wolkenkratzer steht, habe die Architekturschule Cooper Union als Grundeigentümer eben erst von 7,8 Mio. auf 32,5 Mio. Dollar pro Jahr fast vervierfacht, schreibt die deutsche Zeitung in ihrer Freitagsausgabe. 2028 stehe eine weitere Anhebung auf 41 Mio. Dollar ins Haus, 2038 auf 55 Mio. Dollar. Die Betriebskosten betragen den Angaben zufolge geschätzte 15 Mio. Dollar jährlich.

Der Erwerb gilt dennoch als “Schnäppchen”: Immerhin hat der bisherige Eigentümer, das Abu Dhabi Investment Council, 2008 kurz vor der Finanzkrise noch 800 Mio. Dollar für einen Anteil von 90 Prozent an dem Gebäude hingelegt. 10 Prozent verblieben bei der Immobilienfirma Tishman Speyer. Diese hatte 1997 für das ganze Gebäude schätzungsweise zwischen 210 und 250 Mio. Dollar bezahlt, wie es in dem Bericht weiter heißt.

“Wir erwerben eine Legende – für uns ist dies mehr als nur ein erster, strategisch wichtiger Schritt in den US-Immobilienmarkt: Es ist ein Meilenstein”, teilte Signa-Group-Vorstand Jürgen Fenk am Freitag mit. Das legendäre Chrysler Building passe perfekt ins Portfolio aus historischen Gebäuden in allerbesten Innenstadtlagen.

“Wir sind sehr stolz darauf, nun Eigentümer dieses einzigartigen Gebäudes zu sein – gemeinsam wollen wir das Chrysler Building langfristig halten und wieder zu einer der ersten Adressen in Manhattan entwickeln”, so der aus Deutschland stammende RFR-Mitgründer Aby Rosen.

Von vielen Hochhaus-Fans werde das 77-stöckige Gebäude nach wie vor als einer der schönsten Wolkenkratzer romantisiert. Auf dem New Yorker Immobilienmarkt bedienten die “Altstars” aber eher eine Nische. Dort finden sich eher kleine und mittlere Unternehmen als Mieter als große Konzerne. Denn die Quadratmeterpreise seien dort deutlich günstiger als in den neuen Gebäuden.

Das Chrysler Building hat relativ kleine Fenster, (derzeit noch) wenig Großraumflächen und steht teilweise unter Denkmalschutz. Der Quadratmeterpreis liege im Schnitt bei nur 540 Dollar, im “Hudson Yards”, einem komplett neuen Stadtviertel New Yorks, liege er etwa doppelt so hoch, sagte Ruth Colp-Harber von der Immobiliengesellschaft Wharton Property Advisors zum “Handelsblatt”.

Die österreichische Signa-Gruppe rund um Benko und die US-Immobiliengesellschaft unter Geschäftsführer Rosen könnten den weltberühmten Wolkenkratzer ganz oder teilweise in ein Hotel umwandeln, schreibt das “Handelsblatt” unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Der Gründer des Autokonzerns Chrysler, Walter Chrysler, hatte das Gebäude Ende der 1920er-Jahre bewusst in der Nähe des Hauptbahnhofs Grand Central bauen lassen, um von der neuen Verkehrsader zu profitieren. Das Chrysler Building war mehr als 20 Jahre lang die Zentrale des Autobauers. 1953 verkauften es Chryslers Erben und die Firma zog aus. Versteckte Hinweise auf die Autoindustrie gibt es noch: Die Wasserspeier sind Kühlerfiguren nachempfunden und die Bögen an der Spitze sollen an die Radkappen der Marke Plymouth erinnern, die einst Chrysler gehörte.

Bei der Eröffnung 1930 war das Chrysler Building mit 319 Metern Höhe – die 56 Meter lange Spitze eingerechnet – einige Monate lang das höchste Gebäude der Welt. Dann kam das 62 Meter höhere Empire State Building. Aus rund vier Millionen Ziegelsteinen gebaut, gilt Benkos Wolkenkratzer jedoch bis heute als das höchste Ziegelsteingebäude der Welt.