Iran übermittelte Antwort zu EU-Vorschlag für Atomdeal

Irans Außenminister ist bereit zur Einigung, „wenn unsere Vorschläge akzeptiert werden“ © APA/AFP/ATTA KENARE

In den Verhandlungen um eine Wiederbelebung des internationalen Atomabkommens hat der Iran seine Antwort auf einen Kompromissvorschlag an die Europäische Union übermittelt. Wie ein Sprecher des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell am Dienstag bestätigte, ging die Antwort am Vorabend ein. Man werde diese nun prüfen und mit den anderen Partnern des Abkommens sowie mit den USA Rücksprache halten. Weitere Angaben, etwa zu einem möglichen Zeitplan, machte die Sprecherin nicht.

Details des Schreibens aus Teheran wurden zunächst nicht bekannt. „Wenn unsere Vorschläge akzeptiert werden, sind wir bereit, (die Gespräche) abzuschließen und die Einigung bei einem Außenministertreffen bekannt zu geben“, hatte Irans Außenminister Hossein Amirabdollahian bei der Ankündigung des Schreibens erklärt. Die USA hätten mündlich zugesagt, zwei Forderungen Teherans zu erfüllen, sagte er, ohne nähere Angaben worum es sich handelt. Eine Einigung könne erzielt werden, wenn die USA auf noch ungeklärte Probleme eingingen. Sollten die USA jedoch keine Flexibilität zeigen, würden weitere Gespräche nötig sein. „Wie Washington haben auch wir unseren eigenen Plan B, sollten die Gespräche scheitern“, zitierte die iranische Nachrichtenagentur Fars den Außenminister.

Die USA teilten mit, sie seien bereit auf Grundlage der EU-Vorschläge den Atomvertrag zu erneuern. Der Iran müsse allerdings auf „belanglose“ Forderungen verzichten.

Der Iran hatte am Freitag seine Bereitschaft bekundet, einen europäischen Kompromissvorschlag zur Rettung des Atomabkommens zu akzeptieren. Die Vorschläge der EU seien „akzeptabel“ – unter der Voraussetzung, dass dem Iran „Zusicherungen bei verschiedenen Punkten“ wie Sanktionen und Sicherheitsvorkehrungen gegeben werden, berichtete Irna unter Berufung auf einen iranischen Diplomaten.

Deutschland, Großbritannien, Frankreich, China, Russland, der Iran und – als indirekt Beteiligte – die USA hatten Anfang August die Atomgespräche in Wien nach monatelanger Unterbrechung wieder aufgenommen. Die von der EU koordinierten Gespräche zur Wiederbelebung des Atomabkommens waren im März zum Stillstand gekommen. Vor gut einer Woche wurden die Gespräche in Wien unter Vermittlung der Europäischen Union schließlich für beendet erklärt. EU-Außenbeauftragte Borrell sprach von einem guten Kompromiss und betonte, dass der Text für das Abkommen nun fertig sei. Die Unterhändler warteten nun auf eine Antwort Teherans auf einen Kompromissvorschlag.

Video
Ich möchte eingebundene Social Media Inhalte sehen. Hierbei werden personenbezogene Daten (IP-Adresse o.ä.) übertragen. Diese Einstellung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft in der Datenschutzerklärung oder unter dem Menüpunkt Cookies geändert werden.

Das internationale Atomabkommen mit dem Iran von 2015 soll das iranische Atomprogramm begrenzen und sicherstellen, dass das Land keine Atomwaffen baut. Ausgehandelt hatten es die USA, China, Russland, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und der Iran. Die USA waren jedoch 2018 unter ihrem damaligen Präsidenten Donald Trump einseitig aus dem Abkommen ausgestiegen, woraufhin sich auch der Iran schrittweise von seinen Verpflichtungen aus dem Abkommen lossagte.

Das könnte Sie auch interessieren

Wie ist Ihre Meinung?

Um Ihre Meinung zu posten, müssen Sie bei Facebook registriert und angemeldet sein.

Social Media Inhalt
Ich möchte eingebundene Social Media Inhalte sehen. Hierbei werden personenbezogene Daten (IP-Adresse o.ä.) übertragen. Diese Einstellung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft in der Datenschutzerklärung oder unter dem Menüpunkt Cookies geändert werden.