„Iran wäre ein wichtiger Zukunftsmarkt“

Heimische Wirtschaft hofft auf Normalisierung der Beziehungen

In der iranischen Hauptstadt Teheran erhofften sich auch viele heimische Unternehmen gute Geschäfte.
In der iranischen Hauptstadt Teheran erhofften sich auch viele heimische Unternehmen gute Geschäfte. © AFP/Kennare

Von Christoph Steiner

Ein Pflänzlein perfide niedergetrampelt: Mit dem Inkrafttreten der US-Sanktionen am Dienstag gegen den Iran nach Aufkündigung des Atom-Deals hat US-Präsident Donald Trump auch vielen Hoffnungen heimischer Unternehmen auf Geschäfte mit dem persischen Land vorerst einen heftigen Dämpfer versetzt. Vor allem der Geldfluss zwischen dem Iran und anderen Staaten ist von den Maßnahmen betroffen – derzeit noch abgeschwächt, aber ab 4. November schlagen die Sanktionen mit voller Wucht durch.

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Autozulieferer, Metalle

Aktuell sind einmal unter anderem der Handel mit Devisen- und Edelmetall, Autozulieferungen und Finanzgeschäfte betroffen. Daher gehe es derzeit erst um rund 5 Prozent der österreichischen Exporte in den Iran, die sich zuletzt auf etwa 300 Mio. Euro beliefen, also um einen „niederen zweistelligen Millionenbetrag“, heißt es bei der Wirtschaftskammer.

In Oberösterreich hatten sich vor allem die Autozulieferer große Chancen im Iran ausgerechnet, erst im März war eine Delegation in das Land gereist. „Grundsätzlich wäre der Iran ein interessanter Zukunftsmarkt, weil dort viele Menschen leben, die an Mobilität interessiert sind“, erklärt Christian Altmann, Leiter des oö. Clusterlands im Gespräch mit dem VOLKSBLATT.

Weiterhin lose Kontakte

Die Auswirkungen seien derzeit ob der bekannten Vorlaufzeit aber gut kalkulierbar, so der Experte. So werde in der Automobilindustrie der Rückzug aus dem Iran keinen Fußabdruck in der Bilanz hinterlassen, vor allem auch weil derzeit andere Märkte wie Asien und auch Nordamerika weiter sehr gut laufen, so Altmann. Auch hofft man auf eine Entspannung der Situation: „Man versucht die Kontakte nicht abreißen zu lassen, aber die wesentlichen Kunden- und Lieferantenbeziehungen wurden aufgrund der Risiken durch die US-Sanktionen auf Eis gelegt“, betont er.

Auch bei der Wirtschaftskammer will man den Iran noch nicht abschreiben. „Es ist ein absoluter Zukunftsmarkt, für viele Bereiche, von Energie, über Maschinen bis zu Ausrüstung. Wir könnten mit unseren Stärkefeldern in Oberösterreich dort sehr gut punkten“, heißt es dort.