Irene Diwiak: Malvita

Ein schlossartiges riesiges Gebäude in der Toskana ist der Schauplatz von Irene Diwiaks Roman „Malvita“. Die verwinkelten Gänge, Räume und Stiegenhäuser haben etwas Labyrinthisches.

Sie werden von unterwürfigen, uniformierten Angestellten und exzentrischen Angehörigen einer reichen Familie bewohnt, die der einzige Arbeitgeber in dem kleinen Ort ist. Es ist eine fremde Welt, in die Diwiak ihre Protagonistin eintauchen lässt. Die junge Österreicherin Christina soll bei der Hochzeit ihrer Cousine Marietta fotografieren. Dass die Amateurfotografin dafür engagiert wird, liegt einzig und allein darin begründet, dass die dafür eigentlich Vorgesehene plötzlich unauffindbar ist.

In Malvita angekommen, findet sie sich in einem bizarren Geschehen wieder, das sie befremdet. Rasch fühlt sie sich mehr als Gefangene denn als Willkommene und fragt sich: Was soll sie hier? In einem Vokabular zwischen Unterhaltungs- und Kriminalroman entwirft Diwiak eine Handlung, die zunächst durchaus spannend zu werden verspricht.

Alle Bewohner des Hauses scheinen Geheimnisse zu haben, die kommende Hochzeit ist nur ein Teil von komplexen und mysteriösen Vorgängen, bei denen Christina eine bestimmte Rolle zugedacht zu sein scheint, von der sie aber keine Ahnung hat. Plausibler wird das Geschehen dadurch freilich nicht, mörderischer allerdings schon.

Irene Diwiak: Malvita. Zsolnay, 304 Seiten, 23,70 Euro

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